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	<title>... schreiben ... &#187; Theater</title>
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		<title>Kieler Schauspielhaus: Punk Rock</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 14:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Donnerstag war ich im Schauspielhaus und habe das Stück &#8220;Punk Rock&#8221; von Simon Stephens gesehen. In einer der letzten Spielzeiten lief schon &#8220;Am Strand der weiten Welt&#8221;, das mir sehr gut gefallen hatte, deswegen war &#8220;Punk Rock&#8221; eigentlich ein Muss. Im Stück geht es um einen Gruppe von Jugendlichen, die allesamt aus gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2011/01/punkrock-theater.jpg" alt="" width="250" height="166" />Am vergangenen Donnerstag war ich im Schauspielhaus und habe das Stück <a href="http://philharmonisches-orchester-kiel.de/schauspiel/spielzeit/punk-rock.htm" target="_blank">&#8220;Punk Rock&#8221;</a> von Simon Stephens gesehen. In einer der letzten Spielzeiten lief schon &#8220;Am Strand der weiten Welt&#8221;, das mir sehr gut gefallen hatte, deswegen war &#8220;Punk Rock&#8221; eigentlich ein Muss.</p>
<p>Im Stück geht es um einen Gruppe von Jugendlichen, die allesamt aus gut situierten Verhältnissen stammen und  in eine teure Privatschule gehen. Am Anfang lernt man die verschiedenen Charaktere kennen und neigt dazu, sie gleich in die entsprechenden Schubladen zu verfrachten. Der obercoole, nicht ganz so gut aussehende Bennet ist mit der ehrgeizigen Cissy zusammen, die trotz guter Figur das Gefühl hat, zu fett zu sein. Die mollige Tanja scheint eine Nette zu sein, die jedoch Komplexe aufgrund ihrer Figur hat. Der gut aussehende Sportler Nicholas sagt anfangs nicht viel Gehaltvolles und der sympathisch wirkende William scheint unsicher im Umgang mit Mädchen zu sein. Ein bemitleidenswerter Außenseiter scheint der hochbegabte Chadwick zu sein, denn schnell zeigt sich, dass die Clique, allen voran Bennet ihn aufgrund seines Namens, seiner Klamotten und seiner Zurückhaltung mobben. Die neu an die Schule gekommene Lilly findet ihren Weg in die Clique und verliebt sich in Nicholas. Die beiden halten ihre Liason jedoch geheim und William rechnet sich ebenfalls Chancen bei ihr aus.</p>
<p>Nach einiger Zeit stellt man fest, dass fast jeder Charakter seine Probleme hat und auf seine Weise kaputt ist. Mit dem Leistungsdruck durch die Eltern, homosexuelle Neigungen, mangelndes Selbstbewusstsein und dem Druck in der Clique cool zu sein, geht jeder von ihnen unterschiedlich um. Als Zuschauer wird man Zeuge von Situationen, in denen gelogen, schlecht über einander geredet und offen gemobbt wird. Vor allem die Mobbingszenen erzeugen eine sehr bedrückende Atmosphäre, denn die Sprüche und Handlungen sind so mies und doch so realistisch, dass es mir mehrmals kalt den Rücken hinunter lief. Die Ereignisse spitzen sich zu und am Ende läuft einer der Jugendlichen Amok und erschießt fast alle Cliquenmitglieder.</p>
<p>Das Stück kommt gänzlich ohne Bühnenbild aus und die einzelnen Sequenzen werden durch die Animation eines Gitterrasters unterbrochen, das im Laufe des Stücks immer mehr aus den Fugen gerät. Untermalt sind diese Sequenzen durch laute Punkmusik.</p>
<p>Viele Äußerungen der Jugendlichen zeigen ihre Sicht auf ihre Umwelt. Lehrer und Eltern kommen dabei nicht gut weg. Doch auch die Zukunftsträume der Charaktere und ihre Meinung zur Welt außerhalb der Schule zeigen deutlich, wie sie sozialisiert wurden und wie desillusioniert sie doch sind. Von heiler Welt ist diese Jugend weit entfernt, denn sie schlägt sich mit vielen Unsicherheiten und negativen Zukunftsaussichten herum.</p>

		
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		<title>Mit Fünftklässlern ins Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging. Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging.<span id="more-210"></span></p>
<p>Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht immer für Harmonie und entspanntes Miteinander, da macht auch die dortige Schule keine Ausnahme. Die dortige frisch gebackene Gemeinschaftsschule stellt sich der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler aller Schulempfehlungsarten in den fünften Klassen gemeinsam zu unterrichten. So sitzt dort das Kind mit Gymnasialempfehlung durchaus neben den „verhaltenskreativen“ Förderschülern, die manchmal zu recht merkwürdigen Ausfällen neigen, wenn sie sich überfordert fühlen. Das ist bereits im alltäglichen Unterricht eine Herausforderung, denn man abgesehen vom unterschiedlichen Lerntempo, treten täglich ganz verschiedene Situationen auf, die durchaus Eskalationspotential haben.</p>
<p>Da man als Lehrerin auch der ästhetischen Bildung Genüge tun möchte, wagten wir uns mit 110 SchülerInnen ins Kieler Opernhaus, um „Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens“ anzuschauen. Die erste Hürde war die Wahl der Karten, denn diese sind für die netteren Plätze zu teuer, als dass Eltern mit Hartz IV oder Einkommen unter der nicht vorhandenen Mindestlohngrenze sie sich leisten könnten. Also war nur der 3. Rang drin, was einige schon weniger toll fanden.</p>
<p>Bereits die Hinfahrt war ein Erlebnis. Das Mettenhofer Kind an sich, kommt nicht allzu oft aus seinem gewohnten Umfeld deswegen haben wir einen eigenen Bus bei der städtischen Busgesellschaft bestellt, der proppevoll Richtung Innenstadt fuhr. Alle waren aufgeregt und man hatte als Begleitung alle Hände voll zu tun, eine Totalverkrümelung des Busses zu verhindern, weil Kinder ja dazu neigen, bei Fahrten, egal wie kurz sie sind, essen zu müssen.</p>
<p>Am Operhaus angekommen, wurde es auch schon gestürmt, vor allem um auszukundschaften, ob irgendwo Naschis verkauft werden. Nach Einsammlung aller Fremdgänger konnten die Plätze weit ab von der Bühne in Besitz genommen werden und die Aufregung stieg. Viele hatten zwar schon diverse Verfilmungen der Weihnachtsgeschichte gesehen, aber wie würden die Geistern nun im Theater aussehen, würde Scrooge einen echten Hund haben und könnte es sein, dass dieser ins Publikum springt &#8230; vielleicht war es doch besser da auf dem 3. Rang zu sitzen.</p>
<p>Das Stück begann und ich war positiv überrascht &#8211; schlagartig trat Ruhe ein, eine Ruhe, die ich mir sonst nur wünschen konnte. 110 SchülerInnen starrten gebannt auf die Bühne, johlten an den richtigen Stellen und belohnten die SchauspielerInnen mit spontanem Szenenapplaus. Selbst die bereits erwähnten verhaltenskreativen Exemplare, saßen an der Seite der jeweils für sie verantwortlichen Lehrkraft und kamen offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise auf die Idee zu stören, denn es war ja spannend.</p>
<p>Das Stück war eine gelungene Mischung aus heiteren, grusligen und spannenden Szenen, gespickt mit Musik und Tanzeinlagen, die die Kinder berührten und auch die begleitenden Erwachsenen nicht ganz kalt ließen. Hier und da war ein kleiner Insider zum Schmunzeln versteckt, der das Ganze sehr unterhaltsam machte.</p>
<p>Die Auftritte der Geister hatten Charme, auch wenn ein Schüler bemerkte, dass der &#8220;Einmarsch&#8221; des ersten Geistes Ähnlichkeit mit dem des Undertakers beim Wrestling habe. Nun gut, man braucht manchmal einfach Vergleichsgrößen. Eine gehörige Portion Slapstick zeigte wieder einmal, dass auch das moderne Kind sich an dem erfreuen kann, was schon die Kinder vorheriger Generationen begeisterte.</p>
<p>Am nächsten Tag in der Nachbesprechung des Stücks trat dann die zweite Überraschung ein, denn wirklich jeder wollte etwas dazu erzählen, alle waren begeistert und es wurden Beobachtungen von Details der Inszenierung berichtet, dass man nur staunen konnte.</p>
<p>Offensichtlich ist auch bei den Kindern aus sozialen Brennpunkten mehr Interesse und Motivation vorhanden, als man gemeinhin denkt, man muss es nur ausprobieren und ihnen Erlebnisse bieten, die sie in ihrem Alltag nicht haben. Die Erfahrung zeigt, dass sie allen Vorurteilen zum Trotz in der Lage sind, sich ordentlich zu benehmen, Kultur zu genießen und anschließend darüber zu reflektieren. Schade nur, dass es am Ende wieder eine Frage des Geldes ist, an der häufigere Wiederholungen scheitern.</p>

		
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