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	<title>... schreiben ... &#187; Politik</title>
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		<title>Ein bisschen Frieden wäre klug</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 18:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Etikett gibt oftmals den Ausschlag für die Kaufentscheidung. So geht es auch vielen Eltern, die für ihre Kinder nur die beste Schulbildung wollen. Deshalb möchten die meisten Eltern ihre Sprösslinge auch gern auf ein Gymnasium schicken, weil sie dort die beste Bildung und damit die aussichtsreichsten Zukunftschancen vermuten. Natürlich haben die Gymnasien auch nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/11/thumb_IMG_1126-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" />Das Etikett gibt oftmals den Ausschlag für die Kaufentscheidung. So  geht es auch vielen Eltern, die für ihre Kinder nur die beste  Schulbildung wollen. Deshalb möchten die meisten Eltern ihre Sprösslinge  auch gern auf ein Gymnasium schicken, weil sie dort die beste Bildung  und damit die aussichtsreichsten Zukunftschancen vermuten. Natürlich  haben die Gymnasien auch nur begrenzte Aufnahmekapazitäten und es sollte  ein gewisses Niveau gehalten werden. Das ist schwerlich möglich, wenn  auch Eltern mit Kindern schlechterer Schulartempfehlungen “es erstmal  auf dem Gymnasium versuchen wollen”. Mit der Schulreform des Jahres 2007  war durch das Angebot der Gemeinschaftsschule, in der die Kinder und  Jugendlichen in neun Jahren das Abitur machen, eine ernstzunehmende  Alternative eingeführt geworden, vor allem wenn das eigene Kind  vielleicht doch nicht zu den absoluten Überfliegern gehört. Für die ganz  Begabten, die ihre Empfehlung auf das Gymnasium bekommen hatten, stand  als Alternative immer noch G8 (Abitur an einem Gymnasium in acht  Schuljahren) zur Auswahl.<span id="more-313"></span></p>
<p>Längeres  gemeinsames Lernen war eine der Intentionen, die das 2007  verabschiedete Schulgesetz, durch die so genannte große Koalition,  hatte. Das hieß ungeachtet der Schulartempfehlung, sollten der Großteil  der Schülerinnen und Schüler nach der Grundschule auf eine Regional-  oder Gemeinschaftsschule wechseln. Dort wird binnendifferenziert  unterrichtet und ggf. nur in bestimmten Langfächern (Mathe, Deutsch,  Englisch) in späteren Jahren auch äußerlich differenziert, indem  klassenübergreifende Kurse auf verschiedenen Niveaustufen angeboten  werden. Für Schüler XY kann das bedeuten, dass er zwar in Mathe den Kurs  auf einem niedrigen Niveau besucht, weil er in diesem Fach Schwächen  hat, jedoch in Deutsch oder Englisch durchaus einen Kurs auf höherem  Niveau besuchen kann, weil dort seine Stärken liegen. Ansonsten findet  die Differenzierung im Klassenraum statt und neben der fachlichen  Bildung wird viel Wert auf die Erweiterung der Sozial- und  Selbstkompetenz gelegt. “Lernen durch Lehren”, “Eigenlernzeit” und  “projektorientierter Unterricht” heißen hier die pädagogischen  Schlagworte.</p>
<p>Nun soll diese Reform durch <a href="http://landesblog.de/2010/10/an-den-schulen-%e2%80%93-teil-2-der-entwurf-fur-ein-neues-schulgesetz/" target="_blank">eine gesetzliche Neuregelung</a> untergraben werden. Denn mit einer Wiedereinführung des G9 an den  Gymnasien entscheidet in den Köpfen der Eltern viel eher wieder das  Etikett der Schule über die Güteklasse. Und auch die Eltern der weniger  begabten Grundschüler werden es nun “erstmal auf dem Gymnasium versuchen  wollen”. Wer das dann nicht schafft, kann ohne Probleme schräg in eine  Regional- oder Gemeinschaftsschule versetzt werden. Einfach auf dem  Papier in der Schülerakte, schwer zu ertragen für das Kind, das den  Ansprüchen und Vorstellungen seiner Eltern nicht gerecht geworden ist  und sich nun ein oder zwei Jahre später auf die andere Art zu lernen an  einer nichtgymnasialen Schulform einstellen muss.</p>
<p><img style="float: right; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/11/unklug-300x223.jpg" alt="" />Bildungsminister  Ekkehard Klug (FDP) sieht das als Fortschritt an, denn seiner Ansicht  nach handelt es sich bei dem Konstrukt der großen Koalition um eine “20  Jahre verfehlte sozialdemokratische Schulpolitik”, die er nicht bereit  ist zu zementieren. Ob diese Art der Schulpolitik funktionieren könnte,  ist im Moment noch nicht absehbar, denn die Gemeinschaftsschulen der  ersten Stunde sind mittlerweile erst im 7. Jahrgang. Deshalb ist es noch  zu früh abzusehen, wie viele von ihnen letztendlich mit guten  Abiturergebnissen ihren Abschluss machen konnten. Bisher gab es nur jede  Menge Arbeit an den Schulen und jede Menge Verunsicherung in den  Elternhäusern. Deshalb hat sich in der letzten Woche die Volksinitiative  <a href="http://www.schulfrieden-sh.de/" target="_blank"><strong>“Schulfrieden in Schleswig-Holstein”</strong></a> gebildet, die mit einer Unterschriftenaktion einen verbindlich  festgelegten Schulfrieden bis 2013 erreichen und deshalb Klugs Gesetz  kippen wollen. Einer der Initiatoren der Initiative ist der Vorsitzende  des Landeselternbeirates Stefan Hirt. Er erklärte, dass im Jahr 2013 die  ersten Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss nach der Schulreform  2007 gemacht hätten und man dann auch erst sagen könne, ob das System so  funktioniere oder nicht. Nach eigenen Angaben haben die Initiatoren  etwa 150 Unterstützer.</p>
<p>Wir haben bei den Initiatoren nach- und die Beweggründe für die Aktion hinterfragt und Stefan Hirt erklärte folgendes:</p>
<blockquote><p>Bei uns drei Initiatoren handelt es sich  vielmehr um Eltern, die insgesamt 11 Kinder an dieser Schulform haben,  bzw. nach deren Schulabschluss mit Abitur hatten. Wir sind alle  überzeugt von dieser<br />
Schulart.  Allerdings haben wir auch sehr viele Gespräche mit Eltern aus  den anderen Schularten geführt, die sich alle unserer Forderung nach  produktiver Ruhe anschließen. Sowohl G8 Eltern von den Gymnasien,  vereinzelte G9 Eltern, Eltern von Regionalschulen und Grundschulen, als  auch Lehrer von ganz verschiedenen Schulformen sehen diese  Notwendigkeit.</p>
<p>Hier geht es also nicht allein um die Gemeinschaftsschulen. Es geht  vielmehr darum, der laufenden internen Findung und Entwicklung der sich  ja erst sozusagen im dritten “Lebensjahr” befindlichen Schulen nicht  durch ständige Richtungswechsel Steine in den Weg zu rollen, sondern  ihnen durch Verlässlichkeit, statt grenzenloser Freiheit, zu  ermöglichen, die von ihnen selbst in ihren pädagogischen Programmen  gesetzten Ziele zu erreichen. Ständiges Nachbessern im laufenden System  bringt immer wieder Unruhe und zuviel Unruhe bringt manchmal noch  unsichere Systeme in’s Wanken, statt ihnen Zeit für die Festigung zu  lassen.</p></blockquote>
<p>Aufgrund der Vorwürfe des Bildungsministers, die Kritik am neuen  Schulgesetz würde veraltete, sozialdemokratische Ideen unterstützen,  interessierte uns natürlich auch, ob die Initiative denn vielleicht  wirklich eine parteiliche Aktion ist, die sich als harmlose  Elterninitiative tarnt. Herr Hirt war in Bezug auf diese Frage offen:</p>
<blockquote><p>Ich selbst bin, wie auch meine Mitstreiter  Benita v.Brackel-Schmidt und Friedhard Temme, in keiner Partei und die  Unterstellung, wir würden sozialdemokratische Interessen verfolgen ist  schlicht falsch. Wir reden gerne mit allen Parteien, und Frau v.  Brackel-Schmidt und ich legen sehr viel Wert auf objektive und sachliche  Betrachtung aller “enthaltenen” Schulformen in unserem Amt im Vorstand  des LEB der Gemeinschaftsschulen und lassen uns auch nicht in eine  Schublade pressen.<br />
Wir arbeiten überparteilich in unseren Ämtern und sind politisch sehr  interessiert, dieses aber sehr offen. Dass die Gegner dieser  Volksinitiative versuchen, uns in eine politische Richtung zu pressen,  ist nur ein unsachlicher Versuch, Stimmung gegen uns zu machen.</p></blockquote>
<p>Das Ziel der Initiative ist es, 20.000 Unterschriften zu sammeln.  Dann muss sich nämlich der Landtag damit beschäftigen. Das  langfristigere Ziel ist ein Volksbegehren mit Option auf einen  Volksentscheid. Die Frage ist, ob in diesem Falle die Aufklärung der  Stimmberechtigten besser als in Hamburg funktioniert, denn dort hatten  kürzlich die Befürworter des längeren gemeinsamen Lernens vor allem  aufgrund sehr geringer Wahlbeteiligung den Kürzeren gezogen. Fakt ist,  dass die Zeit knapp wird, denn das neue Schulgesetz soll voraussichtlich  am Anfang des neuen Jahres verabschiedet werden, damit die Auswirkungen  zum Beginn des Schuljahres 2011/12 eintreten können.</p>

		
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		<title>Deutschland vs. Türkei</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 18:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<description><![CDATA[In der letzten Woche dominierte kaum ein Ereignis so sehr die Medien, wie das am vergangenen Freitag stattfindende Fußballspiel Deutschland gegen Türkei. Der schon während der WM fast gebetsmülenartige Lobgesang auf die junge deutsche Mannschaft, die so herrlich multikulti ist, wurde wieder angestimmt und es fand allerlei mediales Drumherum statt. Noch vor nicht so langer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche dominierte kaum ein Ereignis so sehr die Medien,  wie das am vergangenen Freitag stattfindende Fußballspiel Deutschland  gegen Türkei. Der schon während der WM fast  gebetsmülenartige Lobgesang auf die junge deutsche Mannschaft, die so  herrlich multikulti ist, wurde wieder angestimmt und es fand allerlei  mediales Drumherum statt.</p>
<p>Noch vor nicht so langer Zeit quollen die Medien förmlich über von  Pro und Contra Darstellungen zu den Sarrazin Thesen, die alles andere  als ausländerfreundlich waren und vor allem eine gescheiterte  Integration zum Thema hatten. Solch konträr diskutierte Aussagen eignen  sich blendend für Schlagzeilen, Auflagezahlen und Einschaltquoten, denn  jeder Medienkonsument hat seine eigene Meinung dazu und sieht sie nur  allzu gern bestätigt. Ebenso gern regen sich die Rezipienten der  medialen Vielfalt jedoch über die Meinungen anderer auf, so dass allen  gedient war und die Nutznießer der Verkaufszahlen und Einschaltquoten  sich lächelnd zurück lehnen konnten. Egal ob ein konstruktiver Dialog  über die abartigen Thesen Sarrazins zustande kam, Hauptsache alle  Beteiligten verdienen gut daran.<span id="more-309"></span></p>
<p>In der politischen Debatte diskutierte man noch einige Zeit  halbherzig über die notwendigen Schritte, die förderliche für die  Integration seien. Diese liegen zwar auf der Hand, würden aber  Mehrausgaben in Sachen Bildung bedeuten, die ohnehin nicht drin sind.  Also kann man diese Diskussionen vor laufenden Kameras auch nur wieder  als Investitionen in den Wahlkampf verstehen.</p>
<p>Währenddessen planten die medialen Drahtzieher schon den nächsten  gewinnbringenden Coup, denn das anstehende  Europameisterschafts‐​Qualifikationsspiel im Fußball eignete sich  ausgezeichnet für eine medienwirksame Ausschlachtung. Dieses Mal hieß  die Schlagzeile jedoch: „Gelungene Integration!“. Um auch die weniger  fußballinteressierten Zielgruppen zu erreichen, veranstaltete Sat1  bereits am Mittwoch „Deutschland vs. Türkei – Das Duell“. Das Rezept ist  ganz einfach, man lade elf deutschen Mehr‐​oder‐​weniger‐​Prominente  ein und stelle ihnen elf Gegner gegenüber, die … und da wird es  kompliziert. Sind es nun Türken oder Deutsche mit türkischem  Migrationshintergrund oder doch Prominente mit türkischen Wurzeln? Fakt  ist, dass etwa Dreiviertel der besagten Mannschaft in Deutschland  geboren wurde. Alle haben einen vorzeigbaren Schulabschluss und einen  Job, in dem sie gut verdienen, sonst wären sie wohl auch nicht  prominent. Im Duell trat man in verschiedenen mehr oder weniger  anspruchsvollen Spielen an und am Ende gewann Team Türkei.</p>
<p>Das nächste medienwirksame Ereignis war dann das Spiel selbst.  Wiederholt wurde auch dieses Mal darauf hingewiesen, wie toll diese  junge Mannschaft doch harmoniere und wie gut sich die jungen Spieler mit  Migrationshintergrund integrieren würden. Alles in allem ein gutes  Beispiel für gelungene Integration in Deutschland. Beim Spiel selbst  wurde dann mehrfach wiederholt, wie beeindruckend es doch wäre, wie  viele Fans der türkischen Mannschaft im Stadion seien. Von zwei Dritteln  war die Rede und das bei einem Heimspiel der deutschen Mannschaft, das  dadurch gefühlt fast zum Auswärtsspiel wurde, fast meinte man da etwas  Kritik heraushören zu können. Das Spiel fand in Berlin statt, was  erwartete man denn? Immer wieder war während des Spiels auch der „arme“  Mesut Özil ein Thema, der von den Fans der türkischen Mannschaft massiv  ausgepfiffen wurde. War der jetzt in seinem eigenen Kulturkreis nicht  mehr ausreichend integriert oder wo lag das Problem?</p>
<p>Alles in allem konnte man in der letzten Woche Zeuge von der Farce  der medialen Berichterstattung werden und wie man dort gern sein  Mäntelchen in den Wind hängt. Eines ist jedoch sicher, berichtet wird  nur, wenn es Quote bringt, egal wie die inhaltliche Aussage wirklich  ist.</p>

		
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		<title>Investitionen in die Zukunft</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 09:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind. Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 5px 10px; float: right;" src="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2010/04/geld_stapel.jpg" alt="" width="200" height="133" />Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind.</p>
<p>Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es wichtig ist reichlich Kinder in die Welt zu setzen. Damit sollte nicht zuletzt die alternde Generation abgesichert werden, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Diese Tradition konnte man schon bei unseren frühen Vorfahren beobachten, die froh über jeder gesunden  und starken Nachwuchs waren. Dieser konnte dann früh mit auf den Felder helfen und später die alten Eltern versorgen. Soweit so logisch.<span id="more-241"></span></p>
<p>Im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte war das ein gut funktionierendes System, denn die Menschheit bestand ja weiter. Irgendwann regelten kluge Köpfe das zentraler, denn nicht jedes alte Mütterchen hatte noch lebende Nachkommen, da Kriege und andere Widrigkeiten dem Fortbestand von Familien nicht immer zuträglich waren. Deshalb wurden Rentenversicherungen eingeführt, in die man sein Arbeitsleben lang einzahlt, um dann im Alter einigermaßen gesichert leben zu können. Die Kinder taten das genauso und so war für jede alte Generation wiederum genügend Geld vorhanden, das sie absicherte.</p>
<h3>Adoption eines Goldesels</h3>
<p>Neben den Einzahlungen in diese Rentenversicherung trugen die Familien die Kosten für ihre heranwachsenden Kinder, die &#8211; wie jeder, der Kinder hat, nachvollziehen kann &#8211; nicht gerade niedrig sind. Ob Kindergartenplatz oder Schule, Markenklamotten oder technische Spielausrüstung, alles kostet jede Menge Geld, das man sich auch sparen kann, aber dann mit dem entsprechend schlechten Gewissen leben muss, seinem Kind nicht die besten Zukunftschancen geboten zu haben. Da die Absicherung durch eine spätere Rente nicht mehr ganz so sicher ist, muss man darüber hinaus auch noch das eigene Alter durch private Modelle absichern. Auch noch soweit nachvollziehbar, denn schließlich ist ja jeder für sich selbst verantwortlich.</p>
<p>Als ich letztens ein Gespräch mit meiner Bankberaterin hatte, eröffnete sich mir jedoch eine Perspektive, die mich in meinem begrenzten Verständnis über finanzielle Absicherung im Alter zum Nachdenken brachte. Sie legte mir nahe, dass ich doch dringend darüber nachdenken solle, in eine entsprechende Altersvorsorge meines Sohnes zu investieren. Der geht zwar erst in bummelig 50 Jahren in Rente, aber man könne nie früh genug damit anfangen, man wolle doch, dass es er im Alter nicht darben muss. Eigentlich sei es in seine Alter fast schon ein wenig spät mit einer derartigen Vorsorge anzufangen, aber besser jetzt als gar nicht. Wenn ich also jetzt jeden Monat um die 30 Euro einzahle, hat er mit seinem Renteneintrittsalter etwa 200 Euro Rente zur Verfügung &#8211; ganz sicher.</p>
<h3>Hellsehen erwünscht</h3>
<p>Mal ehrlich, das ist ganz schön merkwürdig, denn mal abgesehen von der Tatsache, dass besagter Nachwuchs bisher weder einen Schulabschluss noch eine klare Vorstellung von dem hat, was er werden will, ist bis dahin einfach noch enorm viel Zeit. Dachte ich in meiner Naivität. Immerhin hatte ich mich gerade an den Gedanken gewöhnt, seit ein paar Jahren in meine eigene Altersversorge zu investieren. Aber die Eröffnung der Wichtigkeit auch für die kommende Generation konkret vorzusorgen, war mir dann doch eine Nummer zu hoch. Natürlich hat keiner von uns die allwissende Kristallkugel vor sich stehen, um zu wissen ob man sich in 50 Jahren vielleicht nur ein Brot von der besagten Rente leisten kann oder ob diese Summe tatsächlich einen angemessenen Wert hat, aber in unserem Kulturkreis neigt man ja zu einem gewissen vertrauensvollen Sicherheitsdenken.</p>
<p>Wenn ich jetzt also mal hochrechne, dass ich mit Glück bis zu meinem eigenen Renteneintritt noch Uroma werden könnte, sollte ich vielleicht schon mal anfangen für meine eventuellen Urenkelchen entsprechende Rentenabsicherungen ins Auge zu fassen, man weiß ja nie. Und letztendlich will ich mir ja kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn diese dann am Tag meiner Beerdigung kein ordentliches Frühstück haben.</p>

		
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		<title>Steuergelder für Taliban</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt täglich viele Nachrichtenmeldungen, die einen zum Kopfschütteln bringen. Meistens nimmt man sie hin und kommentiert sie nicht weiter, weil man den alltäglichen, politischen Wahnsinn schon ein stückweit gewöhnt ist. Heute gelingt es mir jedoch nicht nur den Kopf zu schütteln, denn ich frage mich ernsthaft, was das noch werden soll. Die Bundesregierung denkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt täglich viele Nachrichtenmeldungen, die einen zum Kopfschütteln bringen. Meistens nimmt man sie hin und kommentiert sie nicht weiter, weil man den alltäglichen, politischen Wahnsinn schon ein stückweit gewöhnt ist. Heute gelingt es mir jedoch nicht nur den Kopf zu schütteln, denn ich frage mich ernsthaft, was das noch werden soll. Die Bundesregierung denkt ernsthaft darüber nach, gemäßigten Taliban Geld zu bieten, damit sie in in ihre Dörfer zurück kehren und Arbeit finden.<span id="more-235"></span> Ich bin ganz bestimmt weder islamophob noch deutschnational eingestellt, aber mal ehrlich, wäre es nicht sinnvoll mal vor der eigenen Tür anzufangen? In einem Beitrag auf der ZDF-Onlinepräsenz wird ausführlich ausgeführt, dass viele Taliban nur diesen Weg eingeschlagen haben, weil sie keine Zukunftsperspektiven hatten und die Taliban ihnen mehr Geld fürs Mitmachen geboten hatten, als sie durch ehrliche Arbeit verdienen könnten. Um ihre Familien ernähren zu können, haben diese Männer dann entschieden, sich in den Untergrund zu begeben und sich vor den Karren des Terrors spannen zu lassen.</p>
<p>Das ist wahrlich tragisch, wenn Menschen nur diesen Ausweg sehen und ich bin wirklich froh niemals vor dieser Entscheidung gestanden zu haben. Trotz allem sträubt sich in mir was, wenn ich darüber nachdenke, dass die Bundesregierung darüber nachdenkt, Steuergelder zu investieren, um diesen Familien den Weg zurück zu erleichtern. Mir ist schon klar, dass für sinnlosere Sachen Geld ausgegeben wurde und ebenso, dass meine folgenden Überlegungen leicht als Milchmädchenrechnung abgetan werden kann, weil Politik und Wirtschaft weitaus komplizierter sind, als ich es hier darstelle.</p>
<p>Aber man neigt ja schon dazu, die Fakten aus dem nächsten Umfeld zu interpretieren. So bekam ich vor ein paar Tagen ein Informationsschreiben von der GEW in dem angeprangert wurde, dass das Land Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren 10 Prozent der Lehrerstellen einsparen will, weil die Finanzlage angespannt ist. Auch wenn es ein alter Hut ist, aber gute Bildung, auch für einkommensschwache Familien, verhindert das Abdriften von Jugendlichen und den aus ihnen mal entstehenden Familien. Es gibt in Deutschland ein paar Millionen Arbeitslose. Eine ganze Reihe von ihnen wurde arbeitslos, weil ihnen eine entsprechende Bildung fehlt. Die Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche mit einem schlechten Schulabschluss sehen düster aus und vielen von ihnen steht eine Hartz IV-Karriere bevor.</p>
<p>Wäre es nicht schlauer Steuergelder dort zu investieren, wo sie direkt etwas an den Zukunftsaussichten der Menschen hier vor Ort verbessern könnten, statt sich am anderen Ende der Welt zu engagieren und dort Steuergelder zu verschenken? Der nette Nebeneffekt, dass hier junge Lehrer schneller in gesicherte Arbeitsverhältnisse kommen würden, ist dabei natürlich auch nicht zu vernachlässigen.</p>
<p>Zeugen diese Überlegungen nun von einem egoistischen Weltbild, weil mir die Zukunft deutscher Jugendlicher wichtiger ist, als die afghanischer Familien oder ist es einfach eine Sache des gesunden Menschenverstandes, so zu denken?</p>

		
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		<title>Mein Herbst 1989 &#8211; Eine Zeitzeugin berichtet</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 11:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwas ist immer, irgendein Jahrestag, ein Jubiläum oder wie in diesem Jahr eben 20 Jahre Mauerfall. Ein gefundenes Fressen für die Medien überall Rückblicke zu senden, Zeitzeugen zu befragen und Resümees zu ziehen.  Ich schwanke zwischen Übersättigung und Nostalgie, denn auch ich bin eine Zeitzeugin. Im Studium der Geschichte lernte ich in diversen didaktischen Seminaren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwas ist immer, irgendein Jahrestag, ein Jubiläum oder wie in diesem Jahr eben 20 Jahre Mauerfall. Ein gefundenes Fressen für die Medien überall Rückblicke zu senden, Zeitzeugen zu befragen und Resümees zu ziehen.  Ich schwanke zwischen Übersättigung und Nostalgie, denn auch ich bin eine Zeitzeugin.<span id="more-216"></span></p>
<p>Im Studium der Geschichte lernte ich in diversen didaktischen Seminaren, dass Zeitzeugen immer die interessantesten Geschichten zu erzählen haben, denn immerhin waren sie live dabei. Meist ist ihre Perspektive sehr subjektiv, denn im Moment des Erlebten, war das, was geschah noch keine Geschichte, sondern Alltagsleben. So erging es auch mir 1989 in Leipzig. Ich war 15 Jahre alt, ging in die 10. Klasse und war alle Nase lang in irgendeinen süßen Typen aus einer höheren Klasse verliebt – und ich schrieb Tagebuch. In der heutigen Dienstagskolumne möchte ich meinen ganz persönlichen Rückblick an den Herbst 1989 wagen.</p>
<h3>6.Oktober 1989</h3>
<blockquote><p>„Jetzt ist doch an der Nikolaikirche jeden Montag Demo. Das ist Wahnsinn und am letzten Montag waren es 15.000 Mann. Ein Freund meines Onkels ist auch nach Prag gefahren und will in die Botschaft. Es werden immer mehr, die man kennt und die abhauen. … Heute war wieder Appell, rotes Gerede &#8230;“</p></blockquote>
<p>Immerhin nahm ich was wahr von den Entwicklungen um mich herum, auch wenn in diesem Eintrag die Tatsache, dass ich mir den Pony geschnitten hatte und meine Oma ein Westpaket geschickte hatte, in den eine coole grüne Hose und Garfield-Aufkleber drin waren, weitaus ausführlicher beschrieben wurde.</p>
<h3>10.Oktober 1989</h3>
<blockquote><p>„Gestern waren 70.000 Menschen bei der Demo und es war zum Glück keine Schießerei. Ein Freund hat erzählt, dass die MGs stationiert haben.“</p></blockquote>
<h3>Freitag der 13. Oktober</h3>
<p>Die Physikarbeit war gut gelaufen und ich regte mich auf, dass mein Lehrer einen dummen Spruch gebracht hat.</p>
<blockquote><p>„Gestern war ich an der Nikolaikirche, bloß angucken, die ist ja riesig groß. Wahnsinn. Draußen hängen ein Haufen Aufrufe und Blumen und Kerzen stehen dort und es ist alles voller Papierkraniche.“</p></blockquote>
<p>Am gleichen Tag war ich zum 5. Mal in Dirty Dancing – ja, der Film kam erst ein Jahr später in der DDR an, aber bei einem Eintrittspreis von 50 Pfennigen für Schüler und einer Laufzeit von 14. Wochen oder mehr, fand sich schon die eine oder andere Gelegenheit ihn zu sehen. Große Freude meinerseits auch über die Tatsache, dass ich den Mambo-Grundschritt schon fast beherrsche.</p>
<h3>30.Oktober – Montag – Demotag</h3>
<blockquote><p>„Heute waren wir in der Stadt. „Gorbi“, „Schnitzler in den Tagebau“, „Egon reiß die Mauer ein, sonst wirst du bald alleine sein.“ und so weiter, waren die Parolen. Demo ist toll. Man hat so gar keine Angst und das schockt irgendwie total.“</p></blockquote>
<p>Der Rest des Eintrags ist einem süßen, schwarzhaarigen Typen gewidmet, der auf der Demo hinter mir stand und mich angrinste.</p>
<p>Interessanterweise wird die eigentliche Maueröffnung am 9. November mit keinem Wort erwähnt, ebenso nicht er erste Ausflug in den Westen, und schon gar nicht der erste eigene Walkman, die Digitaluhr oder die beeindruckende bunte Welt des KdW in Berlin. Vielleicht sind es ja doch die kleinen, scheinbar unwichtigen Dinge, die man aufschreiben sollte, damit man sich ihrer später erinnern kann. An vieles konnte ich mich erst wieder beim Lesen erinnern und über meine Prioritäten schmunzeln. Und wer weiß wie mein Leben gelaufen wäre, wenn ich bei dem Vorstellungsgespräch für eine Lehrstelle als Buchhändlerin einen besseren Eindruck gemacht hätte.</p>

		
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		<title>Verrohte Jugend</title>
		<link>http://dopesoft.de/kolumnen/verrohte-jugend/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 15:48:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2009/09/fadenkreuz1.jpeg"><img class="alignright size-full wp-image-197" style="margin: 5px 10px; float: right;" title="fadenkreuz" src="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2009/09/fadenkreuz1.jpeg" alt="fadenkreuz" width="94" height="94" /></a>Es gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile verfestigende Täterprofil bestätigen. Wo früher die großen Tiraden über Killerspiele und Schützenvereine folgten, stehen nun immer wieder die gleichen Worte – übermäßiger Hass auf die Menschen, Außenseitertum, Ausgegrenztsein und Frust über die ungerechte Behandlung durch die Umwelt. Weiterhin muss man einen entsprechenden Hass auf die Institution Schule vermuten, denn Amokläufe passieren nicht in Diskotheken oder Einkaufszentren, wo sich der Durchschnittsjugendliche sehr gern aufhält, nein es sind immer wieder Schulen.<span id="more-195"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Besondere an dieser Tat war die Waffenwahl, denn der Täter griff zu eher ungewöhnlichen Waffen. Mit Molotov-Cocktails, Messern, Beil und Hammer bewaffnet, kam er in seine Schule und verletzte mehrere MitschülerInnen zum Teil schwer. Damit ist er eine Ausnahmeerscheinung in der Reihe der deutschen Amokläufer, die sich stets auf Distanzwaffen verlassen hatten. Die Ermittler haben den PC des Jugendlichen durchsucht und viel Aufschlussreiches gefunden, das jetzt nach und nach bekannt wird, doch sogenannte Killerspiele, Horror- oder Gewaltfilme waren nicht dabei. Das soll doch immer der Auslöser für solch martialische Fantasien sein. Was hat ihn dazu gerieben sich so auszurüsten?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Er soll viel geschrieben haben, doch das scheint als Ventil nicht ausgereicht zu haben. Über 80 Seiten sollen die Ermittler gefunden haben, diese sollen nun das Seelenleben des jungen Mannes erhellen, der davon berichtet in früheren Jahren verprügelt worden zu sein, ohne dass ihm einer seiner Mitschüler zu Hilfe gekommen ist. So etwas kann frustrieren, wird aber auch tagtäglich von vielen Kindern und Jugendlichen erlebt und nicht alle davon laufen Amok.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was treibt diese jungen Menschen zu solchen Taten? Alle Welt scheint ratlos, doch wird es Zeit die Zeichen eines solchen Ausrastens früher zu erkennen, denn in letzter Zeit häufen ich die Vorfälle. Dieses Mal hat der Täter überlebt und kann befragt werden, was bei den vorangegangene Fällen nicht möglich war. Was wird dabei ans Licht kommen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kann eine entsprechende Prävention tatsächlich erfolgen oder ist unsere Gesellschaft an sich eigentlich daran Schuld? Warum gibt es Amokläufe nicht an Hauptschulen in sozial problematischen Großstadtteilen? Es sind immer kleine, scheinbar nette Orte, in denen die Welt noch in Ordnung scheint. Es sind immer Gymnasien. Es sind immer Familien, die den Ruf haben gut zu funktionieren. Und es sind immer junge Männer, die scheinbar ganz allein in dieser schönen, heilen Welt nicht weiter wissen. Was fehlt ihnen und wie kann man es ihnen geben?</p>

		
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		<title>Ein (Wahl)kampf für Bildung</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 11:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Zeiten ändern sich, die Bildungsministerin wurde entlassen aber das neue Schuljahr startet, wie alle anderen Jahre auch. Nach der Schulreform auf dem Papier vollzieht sich der Wandel nach und nach und hat nicht nur Sonnenseiten. Bildung ist wieder ein Modethema, spätestens seit dem die Parteien sie als Wahlkampfthema entdeckt haben. Frank-Walter Steinmeier, der Kanzlerkandidat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeiten ändern sich, die Bildungsministerin wurde entlassen aber das neue Schuljahr startet, wie alle anderen Jahre auch. Nach der Schulreform auf dem Papier vollzieht sich der Wandel nach und nach und hat nicht nur Sonnenseiten.</p>
<p>Bildung ist wieder ein Modethema, spätestens seit dem die Parteien sie als Wahlkampfthema entdeckt haben. Frank-Walter Steinmeier, der Kanzlerkandidat der SPD, legte in verschiedenen Reden die Wichtigkeit der Bildung einleuchtend dar und schrieb sich und seiner Partei die Förderung der Bildung auf die Fahnen. Bildung müsse kostenfrei sein, das sind hochtrabende Worte und soll ja auch schon gang und gäbe sein.<span id="more-224"></span></p>
<h3>Bildung darf nichts kosten</h3>
<p>Das sehen die Eltern mit mehreren Kindern und sozial schwächeren Stadtteilen eher anders. Da  müssen schon ein paar Euros berappt werden, am Anfang eines Schuljahres. Es muss eine neue Rundumausstattung her, die nicht ganz billig ist, dabei muss dann der Balanceakt geschafft werden, den eigenen Sprössling davon zu überzeugen, dass es weder die HSV- noch die Hannah Montana Collection sein muss, sondern dass es die  einfache und preiswertere Rucksack-, Turnbeutel-, Federtasche- und Radiergummi-Variante auch tut. Doch das war noch lange nicht alles. Die passenden Arbeitshefte zu den Schulbüchern müssen angeschafft werden, ein Atlas und dann steht noch eine Kennenlernenfahrt auf dem Programm. Glücklich kann da nur der Großverdiener sein, denn allen anderen schlägt so ein Schulanfang ganz schön auf den Geldbeutel. Schöne kostenfreie Bildung.</p>
<h3>Der Lehrer in der schönen neuen Medienwelt</h3>
<p>Doch nicht nur die Kosten stehen im Wahlkampfinteresse auch die Qualifizierung der Lehrkräfte, damit sie die Schüler auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorbereiten können – einer Gesellschaft von der viele in die Jahre gekommenen Beamten nicht ganz so viel verstehen. Social Networks, Onlinespiele und Cyber-Mobbing sind in deren Ohren böhmische Dörfer und ihr durch einschlägige Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gewonnener Erfahrungsschatz ist vorsichtig ausgedrückt ungenügend. Einige von ihnen teilen tapfer alle Jahre wieder ihre handschriftlich oder mit Schreibmaschine geschriebenen Arbeitsbögen aus den verstaubten Ordnern und scheren sich nicht drum, dass diese noch in alter Rechtschreibung verfasst sind. Jegliche Beschäftigung mit dieser Welt liegt ihnen fern, denn sie müssten dafür etwas von ihrer wertvollen Freizeit opfern, da Fortbildungen mit Vorliebe am Nachmittag stattfinden.</p>
<p>Doch in den überalterten Kollegien findet man auch stellenweise jüngere und frischere Gesichter. Doch nicht alle sind so, es gibt auch eine Menge engagierte ältere LehrerInnen die sich bereitwillig auf die neuen Medien einlassen und sich mutig durch die ihnen vorher unbekannten Dimensionen kämpfe. Sie lassen sich weder von Dienst-Emailadressen abschrecken, noch schockt sie die Onlineanmeldung für Fortbildungen.</p>
<h3>The Next Generation</h3>
<p>Doch was ist mit der nachfolgenden Lehrergeneration? Der wird es nicht leicht gemacht, zu wenige Referendariatsplätze, Mentoren die in den achtzigern stehe geblieben sind und eine Vorbereitung durch das Studium, die im Schulalltag so nützlich wie eine Wärmflasche in Afrika ist. Sie landen dann in Klassen mit diversen Förderschulkindern, die eigentlich gar nicht beschulbar sind und es als normal empfinden wegzulaufen, ganze Unterrichtsstunden durchzuschreien oder aggressiv zu werden. Früher wurden sie an speziellen Schulen betreut, doch das ist im Sinne der Inklusion nicht mehr nötig. Heute stehen in vielen Fällen noch nicht einmal Förderlehrer bereit, die die Regelschullehrer unterstützen, irgendwie wird es schon gehen.</p>
<p>Prima, dass in Bildung investiert werden soll, dann kann die Schulreform, die auf dem Papier so gut klingt, endlich auch in der Realität umgesetzt werden und die Umgebungsvariablen entsprechend optimiert werden. Wenn das Steuergeld erstmal im richtigen Topf ist, dass wird das schon laufen … oder man rettet eben mal wieder ein paar Banken.</p>

		
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		<title>Wolf Biermann &#8211; Streik</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 20:32:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[dies & das]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch einen Zufall hörte und sah ich in einer Reportage über Lyrik ein Lied von Wolf Biermann, das er anlässlich des Streiks, der Hafenarbeiter von Eurokai im Hamburger Hafen 1996, geschrieben hatte. Dieses Lied beeindruckte mich bereits beim ersten Hören, da es von einer unglaublichen Intensität und Emotionalität ist. Außerdem ist es immer noch brandaktuell, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch einen Zufall hörte und sah ich in einer Reportage über Lyrik ein Lied von <em>Wolf Biermann</em>, das er anlässlich des Streiks, der Hafenarbeiter von <em>Eurokai </em>im Hamburger Hafen 1996, geschrieben hatte. Dieses Lied beeindruckte mich bereits beim ersten Hören, da es von einer unglaublichen Intensität und Emotionalität ist. Außerdem ist es immer noch brandaktuell, wenn man sich die Forderungen nach Mindestlöhnen und angemessenen Arbeitsbedingungen anschaut. Damals wie heute fragt man sich, wie es sein kann, dass Arbeiter so wenig Rechte haben und mit so billigen Angeboten abgespeist werden. Aber vor allem ist es traurig, wie wenig dagegen getan wird, denn es scheint oft, als seien die führenden Gewerkschaftsvertreter mehr an der eigenen Etablierung und Besserstellung interessiert, als ihren Job zu machen und sich für diejenigen einzusetzen, die ihre Hoffnungen in sie setzen. Echte Solidarität ist leider ein Fremdwort geworden. Doch hört euch das Lied einfach selbst an.</p>
<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/gfeeXBJ7n2A&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/gfeeXBJ7n2A&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Quelle:</strong></span><br />
<a href="http://www.br-online.de/bildung/databrd/sul07.htm/sul07f1.htm" target="_blank"><em>Sprache und Literatur &#8211; 7. Formen der Lyrik &#8211; Wie Wörter sich in Worte wandeln</em></a></p>
<p>Wer an weiteren Informationen über die Ereignisse von 1996 interessiert ist, dem empfehle ich die letzten Seiten der Ausgabe 3/1996 von <a href="http://www.arbeiterpolitik.de/Zeitungen/PDF/1996/arpo-3-1996.pdf" target="_blank"><em>Arbeiterpolitik</em></a>. Dort werden die Hintergründe und der Ablauf des Streiks ausführlich beschrieben.</p>

		
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