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Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind.

Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es wichtig ist reichlich Kinder in die Welt zu setzen. Damit sollte nicht zuletzt die alternde Generation abgesichert werden, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Diese Tradition konnte man schon bei unseren frühen Vorfahren beobachten, die froh über jeder gesunden  und starken Nachwuchs waren. Dieser konnte dann früh mit auf den Felder helfen und später die alten Eltern versorgen. Soweit so logisch. weiter lesen

Es gibt täglich viele Nachrichtenmeldungen, die einen zum Kopfschütteln bringen. Meistens nimmt man sie hin und kommentiert sie nicht weiter, weil man den alltäglichen, politischen Wahnsinn schon ein stückweit gewöhnt ist. Heute gelingt es mir jedoch nicht nur den Kopf zu schütteln, denn ich frage mich ernsthaft, was das noch werden soll. Die Bundesregierung denkt ernsthaft darüber nach, gemäßigten Taliban Geld zu bieten, damit sie in in ihre Dörfer zurück kehren und Arbeit finden. weiter lesen

Irgendwas ist immer, irgendein Jahrestag, ein Jubiläum oder wie in diesem Jahr eben 20 Jahre Mauerfall. Ein gefundenes Fressen für die Medien überall Rückblicke zu senden, Zeitzeugen zu befragen und Resümees zu ziehen.  Ich schwanke zwischen Übersättigung und Nostalgie, denn auch ich bin eine Zeitzeugin. weiter lesen

fadenkreuzEs gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile verfestigende Täterprofil bestätigen. Wo früher die großen Tiraden über Killerspiele und Schützenvereine folgten, stehen nun immer wieder die gleichen Worte – übermäßiger Hass auf die Menschen, Außenseitertum, Ausgegrenztsein und Frust über die ungerechte Behandlung durch die Umwelt. Weiterhin muss man einen entsprechenden Hass auf die Institution Schule vermuten, denn Amokläufe passieren nicht in Diskotheken oder Einkaufszentren, wo sich der Durchschnittsjugendliche sehr gern aufhält, nein es sind immer wieder Schulen. weiter lesen

Die Zeiten ändern sich, die Bildungsministerin wurde entlassen aber das neue Schuljahr startet, wie alle anderen Jahre auch. Nach der Schulreform auf dem Papier vollzieht sich der Wandel nach und nach und hat nicht nur Sonnenseiten.

Bildung ist wieder ein Modethema, spätestens seit dem die Parteien sie als Wahlkampfthema entdeckt haben. Frank-Walter Steinmeier, der Kanzlerkandidat der SPD, legte in verschiedenen Reden die Wichtigkeit der Bildung einleuchtend dar und schrieb sich und seiner Partei die Förderung der Bildung auf die Fahnen. Bildung müsse kostenfrei sein, das sind hochtrabende Worte und soll ja auch schon gang und gäbe sein. weiter lesen

Durch einen Zufall hörte und sah ich in einer Reportage über Lyrik ein Lied von Wolf Biermann, das er anlässlich des Streiks, der Hafenarbeiter von Eurokai im Hamburger Hafen 1996, geschrieben hatte. Dieses Lied beeindruckte mich bereits beim ersten Hören, da es von einer unglaublichen Intensität und Emotionalität ist. Außerdem ist es immer noch brandaktuell, wenn man sich die Forderungen nach Mindestlöhnen und angemessenen Arbeitsbedingungen anschaut. Damals wie heute fragt man sich, wie es sein kann, dass Arbeiter so wenig Rechte haben und mit so billigen Angeboten abgespeist werden. Aber vor allem ist es traurig, wie wenig dagegen getan wird, denn es scheint oft, als seien die führenden Gewerkschaftsvertreter mehr an der eigenen Etablierung und Besserstellung interessiert, als ihren Job zu machen und sich für diejenigen einzusetzen, die ihre Hoffnungen in sie setzen. Echte Solidarität ist leider ein Fremdwort geworden. Doch hört euch das Lied einfach selbst an.

Quelle:
Sprache und Literatur – 7. Formen der Lyrik – Wie Wörter sich in Worte wandeln

Wer an weiteren Informationen über die Ereignisse von 1996 interessiert ist, dem empfehle ich die letzten Seiten der Ausgabe 3/1996 von Arbeiterpolitik. Dort werden die Hintergründe und der Ablauf des Streiks ausführlich beschrieben.