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	<title>... schreiben ... &#187; Kinder</title>
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		<title>Mutti bastelt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 11:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer hat es nicht getan &#8211; wir waren doch alle mal jung und brauchten das Geld für wichtigere Dinge als für die Weihnachtsgeschenke unserer Lieben. Deshalb trat dann am 23.Dezember das Notprogramm ein: Man bastelte schnell noch was. Ob sich Mutti dann über den x-ten Stern oder das bemalte Schächtelchen freute, war dabei eher nebensächlich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hat es nicht getan &#8211; wir waren doch alle mal jung und brauchten das Geld für wichtigere Dinge als für die Weihnachtsgeschenke unserer Lieben. Deshalb trat dann am 23.Dezember das Notprogramm ein: Man bastelte schnell noch was. Ob sich Mutti dann über den x-ten Stern oder das bemalte Schächtelchen freute, war dabei eher nebensächlich. Immerhin hatte man was am heiligen Abend in der Hand.<span id="more-219"></span></p>
<p>Die Zeit vergeht und irgendwann hat man selbst ein Kind. Dem gehts genauso, das Taschengeld ist irgendwann alle und so sehr sich die Zeiten geändert haben, das gute, alte Basteln liegt immer noch hoch im Trend. So habe ich selbst mittlerweile in einer mehr oder weniger gut sortierten Kiste diverse Geschenke liegen. Diese reichen von semihübschen Schneesternen über bemalte Schächtelchen bis zu Gutscheinheften, die ich nie eingelöst habe &#8211; vielleicht ist der Abwasch- und Müllrunterbringgutschein doch noch mal zu etwas gut.</p>
<p>Wenn man älter wird, wird man ja laut Redewendung auch etwas weiser. So habe ich nun mit meinem Gegenschlag in Sachen basteln schon frühzeitig angefangen, damit der selbst zusammengebastelte Computer für das computerspielaffine Kind auch pünktlich fertig ist. Da ja jeder weiß, dass fertige, günstige Rechner der einschlägigen Großmärkte nichts taugen, zog ich diverse Ratgeber zu Rate, die mir die perfekte Abstimmung von Grafikkarte zu Mainboard im Zusammenspiel mit dem entsprechenden Arbeitsspeicher empfahlen. Ein paar Tage später lagen dann all die bunten Schachteln mit Hightech-Inhalt in meinem Arbeitszimmer und da ich meinen eigenen Rechner auch schon x-mal zerbastelt hatte, nahm ich die Herausforderung an und legte mit dem Computerbasteln los.</p>
<p>Irgendwie ist das alles inzwischen aber viel bunter und kabelreicher als noch vor ein paar Jahren und so stellte sich das Ganze als wesentlich schwieriger dar, als ich es erwartet hatte. Okay, nochmal überlegen, erst das Mainbord oder erst das Netzteil ins Gehäuse reinprügeln? Nach einigem Hin- und Herprobieren passt schon mal einiges. Warum müssen die Hersteller eigentlich immer zig-verschiedene Schrauben mitliefern, die immer gerade da nicht passen, wo man sie doch so gern hinein geschraubt hätte? Kann es da nicht mal eine einheitliche Lösung geben? Und wer braucht eigentlich so unglaublich viele Stromkabel?</p>
<p>Die Tipps der Handbücher halten sich in Grenzen und sind weniger hilfreich als erhofft. Mission &#8220;Mutti bastelt&#8221; läuft nicht so gut und wandelt sich eher in Mission &#8220;Mutti muss an ihrer Frustrationstoleranz arbeiten&#8221;. Vielleicht hätte ich doch nicht das günstige Gehäuse nehmen sollen, denn das erscheint mit etwas verzogen, zumindest wollen die Schrauben nicht so einfach dort eindringen, wo sie es sollen. Die Abstände der Laufwerke sind zu groß, so dass die Stromkabel zu kurz sind. Also alles wieder abschrauben und neu arrangieren. Kann da nicht ein Beipackzettel sein, der mich warnt: &#8220;Achten sie darauf, dass Festplatte und DVD-Brenner nicht weiter als fünf Zentimeter von einander entfernt befestigt werden&#8221;?</p>
<p>Hatte ich schon erwähnt, dass ich das alles viel einfacher in Erinnerung hatte? Das Einzige, das mich in diesem Moment tröstet, ist die Aussicht, dass es wohl der letzte PC sein wird, den ich für das Kind zusammenbauen muss, denn den nächsten muss er selbst bezahlen und auch aufbauen. Das Gehäuse mit schwarzem Klavierlack würde mittlerweile jeden Forensiker vor Glück jauchzen lassen, aber viel weiter bin ich trotzdem noch nicht. Ich glaube, ich greife gleich mal zum Telefon und rufe jemanden an, der sich damit auskennt, mein Taschengeld ist nämlich noch nicht zur Neige gegangen und ich kann basteln lassen.</p>

		
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		<title>Mit Fünftklässlern ins Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging. Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging.<span id="more-210"></span></p>
<p>Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht immer für Harmonie und entspanntes Miteinander, da macht auch die dortige Schule keine Ausnahme. Die dortige frisch gebackene Gemeinschaftsschule stellt sich der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler aller Schulempfehlungsarten in den fünften Klassen gemeinsam zu unterrichten. So sitzt dort das Kind mit Gymnasialempfehlung durchaus neben den „verhaltenskreativen“ Förderschülern, die manchmal zu recht merkwürdigen Ausfällen neigen, wenn sie sich überfordert fühlen. Das ist bereits im alltäglichen Unterricht eine Herausforderung, denn man abgesehen vom unterschiedlichen Lerntempo, treten täglich ganz verschiedene Situationen auf, die durchaus Eskalationspotential haben.</p>
<p>Da man als Lehrerin auch der ästhetischen Bildung Genüge tun möchte, wagten wir uns mit 110 SchülerInnen ins Kieler Opernhaus, um „Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens“ anzuschauen. Die erste Hürde war die Wahl der Karten, denn diese sind für die netteren Plätze zu teuer, als dass Eltern mit Hartz IV oder Einkommen unter der nicht vorhandenen Mindestlohngrenze sie sich leisten könnten. Also war nur der 3. Rang drin, was einige schon weniger toll fanden.</p>
<p>Bereits die Hinfahrt war ein Erlebnis. Das Mettenhofer Kind an sich, kommt nicht allzu oft aus seinem gewohnten Umfeld deswegen haben wir einen eigenen Bus bei der städtischen Busgesellschaft bestellt, der proppevoll Richtung Innenstadt fuhr. Alle waren aufgeregt und man hatte als Begleitung alle Hände voll zu tun, eine Totalverkrümelung des Busses zu verhindern, weil Kinder ja dazu neigen, bei Fahrten, egal wie kurz sie sind, essen zu müssen.</p>
<p>Am Operhaus angekommen, wurde es auch schon gestürmt, vor allem um auszukundschaften, ob irgendwo Naschis verkauft werden. Nach Einsammlung aller Fremdgänger konnten die Plätze weit ab von der Bühne in Besitz genommen werden und die Aufregung stieg. Viele hatten zwar schon diverse Verfilmungen der Weihnachtsgeschichte gesehen, aber wie würden die Geistern nun im Theater aussehen, würde Scrooge einen echten Hund haben und könnte es sein, dass dieser ins Publikum springt &#8230; vielleicht war es doch besser da auf dem 3. Rang zu sitzen.</p>
<p>Das Stück begann und ich war positiv überrascht &#8211; schlagartig trat Ruhe ein, eine Ruhe, die ich mir sonst nur wünschen konnte. 110 SchülerInnen starrten gebannt auf die Bühne, johlten an den richtigen Stellen und belohnten die SchauspielerInnen mit spontanem Szenenapplaus. Selbst die bereits erwähnten verhaltenskreativen Exemplare, saßen an der Seite der jeweils für sie verantwortlichen Lehrkraft und kamen offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise auf die Idee zu stören, denn es war ja spannend.</p>
<p>Das Stück war eine gelungene Mischung aus heiteren, grusligen und spannenden Szenen, gespickt mit Musik und Tanzeinlagen, die die Kinder berührten und auch die begleitenden Erwachsenen nicht ganz kalt ließen. Hier und da war ein kleiner Insider zum Schmunzeln versteckt, der das Ganze sehr unterhaltsam machte.</p>
<p>Die Auftritte der Geister hatten Charme, auch wenn ein Schüler bemerkte, dass der &#8220;Einmarsch&#8221; des ersten Geistes Ähnlichkeit mit dem des Undertakers beim Wrestling habe. Nun gut, man braucht manchmal einfach Vergleichsgrößen. Eine gehörige Portion Slapstick zeigte wieder einmal, dass auch das moderne Kind sich an dem erfreuen kann, was schon die Kinder vorheriger Generationen begeisterte.</p>
<p>Am nächsten Tag in der Nachbesprechung des Stücks trat dann die zweite Überraschung ein, denn wirklich jeder wollte etwas dazu erzählen, alle waren begeistert und es wurden Beobachtungen von Details der Inszenierung berichtet, dass man nur staunen konnte.</p>
<p>Offensichtlich ist auch bei den Kindern aus sozialen Brennpunkten mehr Interesse und Motivation vorhanden, als man gemeinhin denkt, man muss es nur ausprobieren und ihnen Erlebnisse bieten, die sie in ihrem Alltag nicht haben. Die Erfahrung zeigt, dass sie allen Vorurteilen zum Trotz in der Lage sind, sich ordentlich zu benehmen, Kultur zu genießen und anschließend darüber zu reflektieren. Schade nur, dass es am Ende wieder eine Frage des Geldes ist, an der häufigere Wiederholungen scheitern.</p>

		
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		<title>Verrohte Jugend</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 15:48:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2009/09/fadenkreuz1.jpeg"><img class="alignright size-full wp-image-197" style="margin: 5px 10px; float: right;" title="fadenkreuz" src="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2009/09/fadenkreuz1.jpeg" alt="fadenkreuz" width="94" height="94" /></a>Es gab in der letzten Woche einen Amoklauf – schon wieder. Es war wieder eine Schule, wieder ein kleiner beschaulicher Ort und wieder ein junger Mann, der Amok gelaufen ist. Man liest dieser Tage viel in den verschiedensten Medien über diese Tat und es werden immer mehr Details bekannt, die eigentlich eher das sich mittlerweile verfestigende Täterprofil bestätigen. Wo früher die großen Tiraden über Killerspiele und Schützenvereine folgten, stehen nun immer wieder die gleichen Worte – übermäßiger Hass auf die Menschen, Außenseitertum, Ausgegrenztsein und Frust über die ungerechte Behandlung durch die Umwelt. Weiterhin muss man einen entsprechenden Hass auf die Institution Schule vermuten, denn Amokläufe passieren nicht in Diskotheken oder Einkaufszentren, wo sich der Durchschnittsjugendliche sehr gern aufhält, nein es sind immer wieder Schulen.<span id="more-195"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Besondere an dieser Tat war die Waffenwahl, denn der Täter griff zu eher ungewöhnlichen Waffen. Mit Molotov-Cocktails, Messern, Beil und Hammer bewaffnet, kam er in seine Schule und verletzte mehrere MitschülerInnen zum Teil schwer. Damit ist er eine Ausnahmeerscheinung in der Reihe der deutschen Amokläufer, die sich stets auf Distanzwaffen verlassen hatten. Die Ermittler haben den PC des Jugendlichen durchsucht und viel Aufschlussreiches gefunden, das jetzt nach und nach bekannt wird, doch sogenannte Killerspiele, Horror- oder Gewaltfilme waren nicht dabei. Das soll doch immer der Auslöser für solch martialische Fantasien sein. Was hat ihn dazu gerieben sich so auszurüsten?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Er soll viel geschrieben haben, doch das scheint als Ventil nicht ausgereicht zu haben. Über 80 Seiten sollen die Ermittler gefunden haben, diese sollen nun das Seelenleben des jungen Mannes erhellen, der davon berichtet in früheren Jahren verprügelt worden zu sein, ohne dass ihm einer seiner Mitschüler zu Hilfe gekommen ist. So etwas kann frustrieren, wird aber auch tagtäglich von vielen Kindern und Jugendlichen erlebt und nicht alle davon laufen Amok.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was treibt diese jungen Menschen zu solchen Taten? Alle Welt scheint ratlos, doch wird es Zeit die Zeichen eines solchen Ausrastens früher zu erkennen, denn in letzter Zeit häufen ich die Vorfälle. Dieses Mal hat der Täter überlebt und kann befragt werden, was bei den vorangegangene Fällen nicht möglich war. Was wird dabei ans Licht kommen?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Kann eine entsprechende Prävention tatsächlich erfolgen oder ist unsere Gesellschaft an sich eigentlich daran Schuld? Warum gibt es Amokläufe nicht an Hauptschulen in sozial problematischen Großstadtteilen? Es sind immer kleine, scheinbar nette Orte, in denen die Welt noch in Ordnung scheint. Es sind immer Gymnasien. Es sind immer Familien, die den Ruf haben gut zu funktionieren. Und es sind immer junge Männer, die scheinbar ganz allein in dieser schönen, heilen Welt nicht weiter wissen. Was fehlt ihnen und wie kann man es ihnen geben?</p>

		
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		<title>PCs für Jederkind</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 16:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über Bildung geredet wird allerorts viel und fast immer mit dem gleichen Grundtenor – es muss etwas passieren. Doch zu oft bleibt es bei den leeren Worten, obwohl es manchmal nur kleine Schritte sind, die Großes bewirken können. Dass Bildung zu oft abhängig vom Geldbeutel der Eltern ist, weiß jeder und es wird von vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 5px 10px; float: right;" src="http://fraurichter.net/wp-content/uploads/2009/09/tuxhorde-300x224.jpg" alt="" width="256" height="191" />Über Bildung geredet wird allerorts viel und fast immer mit dem gleichen Grundtenor – es muss etwas passieren. Doch zu oft bleibt es bei den leeren Worten, obwohl es manchmal nur kleine Schritte sind, die Großes bewirken können.</p>
<p>Dass Bildung zu oft abhängig vom Geldbeutel der Eltern ist, weiß jeder und es wird von vielen Politikern auch als Ziel definiert, dass dies in Zukunft nicht mehr so sein soll. Doch mal abgesehen von der angestrebten Lehrmittelfreiheit und den unerwünschten Studiengebühren gibt es viele Ausgaben, die nötig sind, damit ein Kind oder Jugendlicher entsprechend am Ball bleiben kann. Neue Medien im Unterricht sind erwünscht, doch wenn ein Kind dann nach Hause geht und da keinen Computer stehen hat, kann er eben nicht daran weiterarbeiten, recherchieren oder eine Präsentation vorbereiten, wie das seine Altersgenossen aus bessergestellten Elternhäusern können.<span id="more-202"></span></p>
<p>Dieses Problem geht die <a href="http://fat.de/" target="_blank">Kieler Firma FAT</a> in Zusammenarbeit mit dem <strong>JAW</strong> bereits seit einiger Zeit offensiv an. Die Idee dahinter ist, dass Firmen ihre ausrangierten Computer spenden und diese dann von Jugendlichen im JAW entsprechend gewartet werden, damit sie an entsprechender Stelle eingesetzt werden können. Das Besondere daran ist die Wahl des Betriebssytems – Linux. Da setzt man komplett auf freie Software, die die gleichen Möglichkeiten bietet, wie die Produkte aus dem Haus Microsoft, nur mit dem großen Vorteil, dass sie nichts kosten und entsprechend legal aus dem Internet herunterladbar sind. Damit wird den Kindern und Jugendlichen zusätzlich eine Alternative zu den teuren Produkten geboten, die sie sich sonst eher durch Raubkopien beschaffen. Die Rechner sind in ihrer Konfiguration optimal auf die Bedürfnisse von Lernenden zugeschnitten, denn neben den gängigen Open Office-Anwendungen verfügen sie über Lernprogramme, Grafikprogramme und einen entsprechenden Internetfilter.</p>
<p>Bisher wird in Kiel mit vier Schulen zusammengearbeitet, der Theodor-Storm-Schule, dem Bildungszentrum Mettenhof, der Hermann-Löns-Schule und der Schule am Göteborgring. Dort können sich die Kinder und Jugendlichen melden, wenn sie aus Familien kommen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, solche Anschaffungen selbstständig zu tätigen. Es bleibt zu hoffen, dass viele Firmen in der Umgebung dem guten Beispiel der Vorreiter folgen und entsprechende Spenden tätigen. Doch die Idee scheint auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, denn erst heute vermeldete eine Mitteilung auf der FAT Webseite, dass eine Spende von 60 Rechnern eingegangen ist. Die Kinder und Jugendlichen, die sie bekommen, werden sich sicher freuen.</p>
<p>Weitere Informationen gab es heute bei den <a href="http://www.kn-online.de/microsites/magazinseiten/wirtschaft_regional/113556-Ein-Computer-fuer-jeden-Schueler.html" target="_blank">Kieler Nachrichten</a>.</p>

		
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		<title>Ein (Wahl)kampf für Bildung</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 11:23:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zeiten ändern sich, die Bildungsministerin wurde entlassen aber das neue Schuljahr startet, wie alle anderen Jahre auch. Nach der Schulreform auf dem Papier vollzieht sich der Wandel nach und nach und hat nicht nur Sonnenseiten. Bildung ist wieder ein Modethema, spätestens seit dem die Parteien sie als Wahlkampfthema entdeckt haben. Frank-Walter Steinmeier, der Kanzlerkandidat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeiten ändern sich, die Bildungsministerin wurde entlassen aber das neue Schuljahr startet, wie alle anderen Jahre auch. Nach der Schulreform auf dem Papier vollzieht sich der Wandel nach und nach und hat nicht nur Sonnenseiten.</p>
<p>Bildung ist wieder ein Modethema, spätestens seit dem die Parteien sie als Wahlkampfthema entdeckt haben. Frank-Walter Steinmeier, der Kanzlerkandidat der SPD, legte in verschiedenen Reden die Wichtigkeit der Bildung einleuchtend dar und schrieb sich und seiner Partei die Förderung der Bildung auf die Fahnen. Bildung müsse kostenfrei sein, das sind hochtrabende Worte und soll ja auch schon gang und gäbe sein.<span id="more-224"></span></p>
<h3>Bildung darf nichts kosten</h3>
<p>Das sehen die Eltern mit mehreren Kindern und sozial schwächeren Stadtteilen eher anders. Da  müssen schon ein paar Euros berappt werden, am Anfang eines Schuljahres. Es muss eine neue Rundumausstattung her, die nicht ganz billig ist, dabei muss dann der Balanceakt geschafft werden, den eigenen Sprössling davon zu überzeugen, dass es weder die HSV- noch die Hannah Montana Collection sein muss, sondern dass es die  einfache und preiswertere Rucksack-, Turnbeutel-, Federtasche- und Radiergummi-Variante auch tut. Doch das war noch lange nicht alles. Die passenden Arbeitshefte zu den Schulbüchern müssen angeschafft werden, ein Atlas und dann steht noch eine Kennenlernenfahrt auf dem Programm. Glücklich kann da nur der Großverdiener sein, denn allen anderen schlägt so ein Schulanfang ganz schön auf den Geldbeutel. Schöne kostenfreie Bildung.</p>
<h3>Der Lehrer in der schönen neuen Medienwelt</h3>
<p>Doch nicht nur die Kosten stehen im Wahlkampfinteresse auch die Qualifizierung der Lehrkräfte, damit sie die Schüler auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft vorbereiten können – einer Gesellschaft von der viele in die Jahre gekommenen Beamten nicht ganz so viel verstehen. Social Networks, Onlinespiele und Cyber-Mobbing sind in deren Ohren böhmische Dörfer und ihr durch einschlägige Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gewonnener Erfahrungsschatz ist vorsichtig ausgedrückt ungenügend. Einige von ihnen teilen tapfer alle Jahre wieder ihre handschriftlich oder mit Schreibmaschine geschriebenen Arbeitsbögen aus den verstaubten Ordnern und scheren sich nicht drum, dass diese noch in alter Rechtschreibung verfasst sind. Jegliche Beschäftigung mit dieser Welt liegt ihnen fern, denn sie müssten dafür etwas von ihrer wertvollen Freizeit opfern, da Fortbildungen mit Vorliebe am Nachmittag stattfinden.</p>
<p>Doch in den überalterten Kollegien findet man auch stellenweise jüngere und frischere Gesichter. Doch nicht alle sind so, es gibt auch eine Menge engagierte ältere LehrerInnen die sich bereitwillig auf die neuen Medien einlassen und sich mutig durch die ihnen vorher unbekannten Dimensionen kämpfe. Sie lassen sich weder von Dienst-Emailadressen abschrecken, noch schockt sie die Onlineanmeldung für Fortbildungen.</p>
<h3>The Next Generation</h3>
<p>Doch was ist mit der nachfolgenden Lehrergeneration? Der wird es nicht leicht gemacht, zu wenige Referendariatsplätze, Mentoren die in den achtzigern stehe geblieben sind und eine Vorbereitung durch das Studium, die im Schulalltag so nützlich wie eine Wärmflasche in Afrika ist. Sie landen dann in Klassen mit diversen Förderschulkindern, die eigentlich gar nicht beschulbar sind und es als normal empfinden wegzulaufen, ganze Unterrichtsstunden durchzuschreien oder aggressiv zu werden. Früher wurden sie an speziellen Schulen betreut, doch das ist im Sinne der Inklusion nicht mehr nötig. Heute stehen in vielen Fällen noch nicht einmal Förderlehrer bereit, die die Regelschullehrer unterstützen, irgendwie wird es schon gehen.</p>
<p>Prima, dass in Bildung investiert werden soll, dann kann die Schulreform, die auf dem Papier so gut klingt, endlich auch in der Realität umgesetzt werden und die Umgebungsvariablen entsprechend optimiert werden. Wenn das Steuergeld erstmal im richtigen Topf ist, dass wird das schon laufen … oder man rettet eben mal wieder ein paar Banken.</p>

		
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		<title>Gangster im Wandel der Zeit</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 08:43:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Zeiten der Weltwirtschaftskrise der zwanziger und dreißiger Jahre erfreuten sich Gangster wie Al Capone, Bonnie &#38; Clyde sowie John Dillinger großer Beliebtheit bei der Bevölkerung, weil sie die Großen schädigten und gelegentlich den Kleinen etwas abgaben, auch wenn zweiteres eher die Seltenheit war. Sie wurden dadurch zu Helden ihrer Zeit und wurden verehrt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Zeiten der Weltwirtschaftskrise der zwanziger und dreißiger Jahre erfreuten sich Gangster wie Al Capone, Bonnie &amp; Clyde sowie John Dillinger großer Beliebtheit bei der Bevölkerung, weil sie die Großen schädigten und gelegentlich den Kleinen etwas abgaben, auch wenn zweiteres eher die Seltenheit war. Sie wurden dadurch zu Helden ihrer Zeit und wurden verehrt, bejubelt und gelegentlich unterstützt.<span id="more-188"></span></p>
<p>Ein Stück weit wurden sie auch zu Vorbildern in einer Zeit, die den Jugendlichen wenig Perspektiven bot, aus ihrem sozialen Umfeld auszubrechen. Zwar mussten sie in den entsprechenden organisierten Kreisen auch klein anfangen und sich hocharbeiten, aber zumindest hatten sie eine Perspektive, wenn sie nur hart genug waren und wenig Skrupel kannten. Es war in sich eine ehrliche und authentische Welt, die insofern durchschaubar war, dass man wusste auf welche Risiken man sich einließ und was man dadurch erreichen konnte. Mehrere Jahre Gefängnis war das mindeste mit dem man zu dieser Zeit rechnen musste, wenn nicht sogar früher oder später der elektrische Stuhl. Wahrscheinlich war die Gruppe der wirklichen Gangsterhelden deshalb auch so überschaubar, weil sich die Mehrheit der armen Jugendlichen überlegten, dass die Risiken zu groß sind.</p>
<p><strong>Möchtegern-Gangster heute </strong></p>
<p>In den letzten Jahren hatte sich das Bild, das man mit Gangstern verband, durch den deutschen HipHop mit Schwerpunkt Berlin stark verändert. Ihr Outfit und Habitus zeigte einen ganz eigenen Stil, den größere Teile der Bevölkerung eher abstoßend fanden. Vorbilder für die Jugend sind auch diese selbststilisierten Gangster, die ebenso stark für eine gewissen Perspektivlosigkeit stehen, wie ihre Äquivalente der Vergangenheit. Vielleicht liegt es an ihrer mangelnden Authentizität, aber die allgemeine Faszination größerer Bevölkerungsteile blieb ihnen stets verwehrt.</p>
<p>Auch das, was sie der Jugend mitgeben, ist nicht authentisch, denn nicht jeder kleine Möchtegernrapper wird den großen Erfolg eines Bushido oder Sido haben, auch wenn er sich das noch so gern einredet. Mittlerweile haben beide Beispiele sich ja stark gewandelt und zeigen ein ganz anderes Bild von sich, das nach den vorherigen Auftritten fast noch unglaubwürdiger daher kommt, auch wenn einige ihrer Aussagen durchaus Hand und Fuß haben. Wahrscheinlich muss man immer bedenken, dass sie zum großen Teil doch nur Produkte einer PR-Maschinerie sind und sich das Gangstersein einfach zu der Zeit am besten verkaufte. Mal sehen, wie lange ihre Anhänger brauchen, um sich ebenfalls zu drehen.</p>
<p><strong>Heimliche Gangster </strong></p>
<p>Neuerdings ist eine ganz neue Spezies auf den Plan getreten, die sich auch über Banken bereichern. Äußerlich gleichen sie fast den Gentlemangangstern der dreißiger Jahre, doch ihre Intention ist eine ganz andere, außerdem geben sie sich den Anschein der Legalität. Die Rede ist von den Bankberatern und -managern, die große Summen an Bonuszahlungen kassieren, über deren Rechtmäßigkeit man streiten kann. Ihr Image ist dementsprechend schlecht und große Teile der Bevölkerung halten ihre Aktivitäten moralisch verwerflich, wenn nicht sogar illegal.</p>
<p>Nun ist die Frage, welche Vorbildwirkung sie für die Jugend haben? Für gewisse Jugendliche, die in einem neoliberalen Umfeld groß werden, könnten sie durchaus nachahmenswert empfinden, denn ihr Lebensstil weißt genau die Labels auf, die für diese Zielgruppe erstrebenswert sind. Zumal die Risiken klein sind, denn im schlechtesten Fall geht man &#8220;nur&#8221; mit einem dicken Gehalt nach Hause, von dessen Höhe der kleine Mann auf der Straße auch nur träumen kann. Alle andere, die nicht in den entsprechend privilegierten Kreisen aufwachsen, haben nicht einmal ansatzweise eine Chance diesen Weg einzuschlagen, denn auch wenn sie wider Erwarten die nötigen Bildungschancen erhalten, fehlen ihnen die entsprechenden Netzwerke, um an solche Positionen zu kommen.</p>

		
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		<title>Gehet hin und mehret euch</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 11:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Wirtschaftskrise scheint sich trotz aller Ängste vor der Zukunft nicht auf das Paarungsverhalten der Deutschen auszuwirken, denn im Moment wird geheiratet was das Zeug hält und jeder Hans und Franz setzt Kinder in die Welt. Deshalb wird es Zeit für einen höchst subjektiven Blick auf dieses Phänomen. Wer in den letzten Wochen nicht mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 5px 10px; float: left;" title="hochzeit-gameover" src="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2009/07/hochzeit-gameover-299x300.jpg" alt="hochzeit-gameover" width="178" height="179" />Die Wirtschaftskrise scheint sich trotz aller Ängste vor der Zukunft nicht auf das Paarungsverhalten der Deutschen auszuwirken, denn im Moment wird geheiratet was das Zeug hält und jeder Hans und Franz setzt Kinder in die Welt. Deshalb wird es Zeit für einen höchst subjektiven Blick auf dieses Phänomen.  Wer in den letzten Wochen nicht mindestens fünf Hochzeitseinladungen in seinem Briefkasten fand oder auf diversen Junggesell(in)enabschieden Zeuge der Abgründe war, die solche Veranstaltungen mit sich bringen, gehört vermutlich einer aussterbenden Rasse an.</p>
<p>Doch auch wenn man vor diesem Rummel verschont bleibt, drängen sich die vielen dickbäuchigen werdenden Mütter ins Blickfeld, die kein anderes Thema als die bevorstehende Geburt ihres kleinen Lieblings haben. Auf Partys bringen die, die diesen Teil des Grauens schon hinter sich haben, ihre mehr oder weniger frisch geworfenen Sprösslinge mit und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Es darf nicht geraucht werden, zu viel getrunken natürlich auch nicht und die Mütter in der Runde beherrschen das Gespräch, in dem sie mit den frisch erworbenen Kompetenzen ihrer Bälger prahlen &#8211; &#8220;Meine Kleine kann schon eine ganze Hörbuch-CD am Stück hören&#8221; &#8211; Wahnsinn, nein Elternstolz.</p>
<p><span id="more-140"></span></p>
<p>Doch bevor es unübersichtlich wird, eins nach dem anderen. Zuerst kommt das Abschiednehmen vom Single-Dasein, das gebührend gefeiert werden muss. Dies kann mehr oder weniger peinlich vonstatten gehen. Während sich die einen albern anziehen und sich mit alkoholbedingtem Gekreisch in den Straßen der Stadt zum Affen machen und peinliche Dinge verkaufen, rotten sich andere zum gemeinsamen Besäufnis zusammen und machen eigentlich nichts anderes, als sie ohnehin einmal in der Woche tun, geben dem Ganzen aber einfach einen anderen Namen.  Zu späterer Stunde eines solchen Zusammenseins, fragt man sich gelegentlich warum die betreffende Person überhaupt den Partner heiratet über den sie schon seit geschlagenen zwei Stunden lästert, weil er scheinbar nichts taugt und eh alles falsch macht. Wenn das Thema dann ausgelutscht ist, kommt die anzuheiratende Verwandtschaft dran, die meistens auch nicht gut wegkommt. Vielleicht sollte man diese geistigen Ergüsse direkt auf den Computer des künftigen Partners streamen, damit ließe sich sicher die eine oder andere Verbindung verhindern. Was ist nur aus dem guten alten Polterabend geworden, auf dem alle Freunde, Familienangehörigen und wer sich sonst noch so zugehörig fühlte miteinander feierten und außer einem Berg zerbrochenem Geschirr kein weiteres Entertainment-Programm zu erwarten war. Vermutlich wir es demnächst sogar ein Nintendo DS-Spiel geben, mit dessen Hilfe man die verschiedenen Versionen einer solchen Abschiedsveranstaltungen durchspielen kann. Das spart dann auch die lästigen Geschichten derer, die es schon hinter sich haben und immer wieder zum Besten geben müssen, wie peinlich-toll es war.  Ist dieser Teil durchgestanden, kommt die Traumhochzeit. Der schönste Tag im Leben einer Frau &#8211; Kostenpunkt einige tausend Euro, &#8211; aber wen stört das schon, wenn doch alle glücklich dabei sind. Alles soll stimmen, die Dekoration zu den Schuhe der Braut passen und dass sich an diesem Tag die meisten Hochzeitsgäste nicht kennen, soll dabei nicht weiter stören &#8211; Hauptsache die Veranstaltung ist beeindruckend und die professionell gemachten Fotos zeugen noch Jahre später von der unglaublichen Liebe und Harmonie, die diesen Tag kennzeichnete.  Doch eine Sache kann immer schief gehen, wenn man hier im Norden wohnt &#8211; das Wetter &#8211; das Grauen aller Hochzeitsfriseurinnen. und Bräute. Da müssen dann schon mal zwei bis fünf Flaschen Haarspray geopfert werden, aber es ist ja für einen guten Zweck. Der Eventcharakter der heutigen Hochzeiten ist bezeichnend für Zeit in der sie stattfinden, denn es wird medialisiert, was das Zeug hält, von der großangelegten Powerpointpräsentation, die die peinlichsten Bilder aus der Kindheit und Jugend der Brautleute vorführen bis zu den allgegenwärtigen Digicams, denen man als Gast kaum entkommen kann. Kaum einen Tag danach werden die Hochzeitsfotos dann global-elektronisch verteilt und auch die alten Schulfreunde in Timbuktu können sich mitfreuen. Aber was soll man denn sonst in der Hochzeitsnacht machen, die Jungfräulichkeit ist ja eh schon längst dahin.  Doch ob verheiratet oder nicht, einen großen Grund zur Freunde bieten die allgegenwärtigen Kinder, seien sie jetzt schon geboren oder noch im fötalen Zustand. Wer keins hat, ist raus aus dem Gesprächskreis, denn da dreht sich alles um Geburtsanekdoten, Krabbelgruppen und das Für und Wider roter Handtücher während der Schwangerschaft. Schöne neue Welt, in der sich die werdenden Eltern in geburtsvorbereitenden Foren austauschen können. Ist das Kleine dann endlich da, wird wieder aller Welt auf allen Plattformen mitgeteilt, wie süß und gelungen es doch ist, bewiesen durch zahlreiche Bilder und Videos. Trifft man sich dann in alter Runde, dreht sich plötzlich alles nur noch um das anwesende Kind, das ja so niedlich ist und von allen bespaßt wird.  Die wenigen, die dem Bann widerstehen und das Kleine nicht alle fünf Minuten halten wollen oder auf die eiei-duttidutti-Sprachreduktion verzichten, werden schief angeschaut, als hätte sie vorgeschlagen den Zwerg zu schlachten und auf den Grill zu packen. Ein Gespräch über interessante Themen ist in diesem Umfeld unmöglich und man könnte meinen, mit dem aufkeimenden Wunsch ein Kind zu haben, sterben gleichzeitig diverse Hirnareale ab. Vielleicht wird es ja in ein paar Jahren wieder spannend, wenn die eine Hälfte der Kinder dreimal am Tag Ritalin nimmt oder es in Gesprächen um die Einklagbarkeit von Schulnoten geht, aber bis dahin &#8230;  Wer glaubt sich dem ganzen Wahn entziehen zu können, hat wenige Möglichkeiten, vor allem wenn ein gewisses Alter der Peer-Group erreicht ist. Für eine Weile half es noch, sich mit Vertretern der männlichen Spezies Anfang zwanzig zu umgeben, da sie dem Thema Kindern und Familie entspannt ablehnend gegenüberstanden, doch der Zug ist abgefahren, denn auch die Mitte Zwanzigjährigen hat der Virus erfasst und sie planen jetzt ihre Elternzeit und vermutlich auch die eigene Hochzeit. Also wird es demnächst wieder Einladungen regnen und der Zirkus geht von vorn los. Also bleibt nur das Eine &#8211; Augen zu und durch &#8211; vielleicht lernt man ja auf der nächsten Hochzeit jemanden kennen, der trotz einer eigenen glücklichen Beziehung nicht gewillt ist, sich in die Hochzeits- und Kindermaschinerie hineinziehen zu lassen und statt dessen daran interessiert ist, sich über die wirklich interessanten Themen dieser Welt zu unterhalten.</p>

		
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