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	<title>... schreiben ... &#187; Kolumnen</title>
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	<description>... was das Leben so bereit hält</description>
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		<title>Das Dilemma der Schulen – Zufall oder Kalkül?</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 18:43:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[In einigen Teilen der Bevölkerung hält sich nachhaltig die Ansicht, dass &#8220;die da oben&#8221; gar nicht daran interessiert sind, Verbesserungen zu schaffen. Das gilt in unserem Bundesland vor allem auch in der Bildungspolitik. es liegt einiges im Argen, aber die Lösungen kommen nicht auf den Weg. Da kann man sich schon Fragen, ob dies  so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: left; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/12/tafel-300x198.jpg" alt="" width="250" height="165" />In einigen Teilen der Bevölkerung hält sich nachhaltig die Ansicht,  dass &#8220;die da oben&#8221; gar nicht daran interessiert sind, Verbesserungen zu  schaffen. Das gilt in unserem Bundesland vor allem auch in der  Bildungspolitik. es liegt einiges im Argen, aber die Lösungen kommen  nicht auf den Weg. Da kann man sich schon Fragen, ob dies  so gewollt  ist oder ob die Probleme nicht im ausreichenden Maße gesehen und  kommuniziert werden.</p>
<p>Fortbildungen sind gut, denn durch sie hat man nicht nur die  Möglichkeit sich neues Wissen im eigenen Fach oder Strategien für den  täglichen Umgang mit Schülern anzueignen, sondern man kommt auch ins  Gespräch mit Kollegen. Oft drehen sich diese Gespräche um die Situation  an den verschiedenen Schulen in unserem Land und leider allzu oft hört  man nicht viel Positives. So ist die Unterrichtsversorgung in manchen  Fächern sehr unterschiedlich und entspricht nicht in allen Fällen den  Vorgaben der <a href="http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Schulen/SchulrechtSchulgesetz/Erlasse/Downloads/Kontingentstundentafel.html" target="_blank">Kontingentstundentafel</a>.  Diese Stundentafel regelt, wie viele Stunden welchen Faches pro  Jahrgang erteilt werden sollen. Die Abweichung von diesen  Stundenvorgaben ist natürlich keine böse Absicht der jeweiligen  Schulleitungen. Oft sind einfach nicht genügend Lehrer vorhanden, die  das entsprechende Fach unterrichten können und das nicht nur in  bekannten &#8220;Mangelfächern&#8221; wie Physik oder Französisch, sondern  mittlerweile gibt es sogar Schulen, an denen es keine Geschichtslehrer  mit Fakultas (geprüfte Unterrichtsbefähigung) mehr gibt. Das bedeutet,  dass an der jeweiligen Schule keine Lehrer existieren, die das Fach  Geschichte tatsächlich studiert haben. Also wird fachfremd unterrichtet  was das Zeug hält, was selten von Vorteil für alle Beteiligten ist. Die  Kollegen, die von einem auf den anderen Tag ein ihnen unbekanntes Fach  unterrichten sollen, sind den Schülern oft nur zwei Seiten im Buch  voraus und zeitlich kaum in der Lage, fachspezifische, didaktische und  methodische Überlegungen über das neue Fach anzustellen. Ihnen fehlt  also das entsprechende Handwerkszeug, Stunden des besagten Faches so  vorzubereiten, dass die Schüler in den Genuss eines fördernden und  fordernden Fachunterrichts kommen können, bei dem die Lehrplan-Vorgaben  in die Unterrichtsvorbereitungen einbezogen werden. Wie ansprechend der  Unterricht in diesen Stunden dann aussieht kann man sich sicherlich  vorstellen.<img title="Weiterlesen..." src="http://landesblog.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><span id="more-322"></span></p>
<p>In manchen Schulen werden aus Mangel an Fachlehrern einige Fächer  auch gar nicht oder in einem viel zu geringen Umfang  (Kontingentstundentafel) erteilt, was sehr zum Nachteil der Schüler ist.  Denn so wichtig der Mathe-, Deutsch- und Englischunterricht auch sein  mag, auch Fächer wie Technik, Kunst, Musik und Informatik bzw.  IT-Grundbildung sind für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen  wichtig. Außerdem ist eine gewisse Stringenz in der Erteilung bestimmter  Fächer nötig, denn welchen Sinn ergibt es, in Klasse 7 eine Stunde  Physik zu erteilen und dann erst wieder in Klasse 10?</p>
<p>Doch nicht nur im fachlichen Bereich sind viele Schulen schlecht  dran, auch was die allgemeine Stellenzuteilung angeht, liegt einiges im  Argen. So bekommen einige Schulen lange nicht die  Lehrerstundenkontingente zugestanden, die für die Zahl der Schüler an  der Schule nötig wäre. Diese berechnet sich aus der Menge der Schüler,  die an der Schule unterrichtet werden und hat oft auch Auswirkungen auf  die Klassengrößen. So ist es teilweise nur möglich, den  Unterrichtsbetrieb ordentlich aufrecht zu erhalten, wenn entsprechend  viele Referendare an die Schule geholt werden. Für diese sind jedoch  nicht immer die passenden Ausbildungslehrer verfügbar, so dass dann  Lehrer ohne entsprechende Fakultas fachfremd ausbilden müssen. Eine  äußerst ungünstige Konstellation, wenn man daran denkt, wie &#8220;gut&#8221; dann  die Referendare, also die kommende Lehrergeneration, ausgebildet sein  wird. In manchen Fällen müssen als Ausbildungslehrer auch diejenigen  herhalten, die seit Jahren auf keiner Fortbildung waren und einen  Unterrichtsstil wie in den achtziger Jahren pflegen, der Einsatz neuer  Medien im Unterricht beschränkt sich bei ihnen auf das Auflegen einer  Overheadfolie. Dennoch nehmen sie nicht selten gern die  Ausbildungsaufgabe wahr, denn immerhin sind zwei Stunden Hospitation in  der Woche ja nicht zu verachten, schließlich muss man da nicht selbst  vor der Klasse stehen, sondern lediglich während des Unterrichts des  Referendars hinten in der Klasse sitzen und nach der Stunde Ratschläge  für besseren Unterricht geben.</p>
<p>Schwierig wird es auch immer dann, wenn in einem Kollegium jemand für  längere Zeit ausfällt, sei es durch Krankheit, Schwangerschaft oder  Burn Out. Dann sollte eine Krankheitsvertretung kommen, so auf jeden  Fall die schöne Theorie. Doch in der Praxis ist es fast aussichtslos,  eine solche Vertretung zu finden. Aus diesem Grund wird auf  Wartekandidaten auf das Referendariat ausgewichen, die gerade ihr erstes  Staatsexamen abgelegt haben und ausschließlich über Erfahrungen aus  ihren wenigen Praktika verfügen. Diese haben lediglich den theoretischen  Teil ihrer Lehrerausbildung an der Universität absolviert, die Praktika  dauern nur wenige Wochen und bestehen hauptsächlich aus Hospitationen  bei gestandenen Lehrkräften. Da es in Schleswig-Holstein in der Regel  aufgrund der notenbezogenen Vorgaben einige Zeit dauert, bis die  Absolventen ihr Referendariat antreten können, gibt es jede Menge dieser  Wartekandidaten. Gelegentlich springt auch mal ein Student von der Uni  ein, der noch gar kein Examen hat. So kann es durchaus dazu kommen, dass  diese angehenden Lehrer aus der Not heraus plötzlich in voller  Klassenlehrerverantwortung ihren Mann stehen sollen.<br />
Probleme dieser Art könnten hier noch in vielfältiger Weise aufgelistet  werden, aber es ist sicherlich klar geworden, dass die Schulleitungen,  die Lehrer und nicht zuletzt die Schüler der betroffenen Schulen unter  diesen Umständen leiden.</p>
<p>Nun könnte man die Frage stellen: &#8220;Wenn alles so schlimm ist, warum  sagt dann niemand was oder wendet sich an die Presse?&#8221;. Und genau da ist  der große Haken, denn die meisten Schulen können es sich nicht leisten,  mit schlechten Schlagzeilen in Zusammenhang gebracht zu werden. Jede  Schule möchte möglichst attraktiv für die Eltern im Einzugsgebiet sein,  denen die Schulwahl ihres Kindes am Herzen liegt, denn das sind  vorwiegend auch die Familien, die über eine hohe Bildungsmotivation  verfügen. Ja, die Schulen fürchten sich förmlich vor jeglicher  schlechter Publicity, könnte es doch bedeuten, dass die gewünschten  Eltern sich dann eine andere Schule für ihre Zöglinge suchen und man nur  noch den unerwünschten &#8220;Rest&#8221; ab bekäme. Deshalb hält man sich schön  bedeckt und versucht den Laden unter allen Umständen am Laufen zu  halten, was oft auf dem Rücken der Lehrer und Schüler ausgetragen wird.  Nun kann man sich fragen, ob dieser Umstand von den Verantwortlichen in  Sachen Bildungspolitik gesehen aber geduldet wird, denn was kann man  sich mehr wünschen als Schulen die mehr oder weniger gut laufen und an  denen keiner meckert &#8230; zumindest nicht nach außen hin.</p>

		
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		<title>Deutschland vs. Türkei</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 18:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[In der letzten Woche dominierte kaum ein Ereignis so sehr die Medien, wie das am vergangenen Freitag stattfindende Fußballspiel Deutschland gegen Türkei. Der schon während der WM fast gebetsmülenartige Lobgesang auf die junge deutsche Mannschaft, die so herrlich multikulti ist, wurde wieder angestimmt und es fand allerlei mediales Drumherum statt. Noch vor nicht so langer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche dominierte kaum ein Ereignis so sehr die Medien,  wie das am vergangenen Freitag stattfindende Fußballspiel Deutschland  gegen Türkei. Der schon während der WM fast  gebetsmülenartige Lobgesang auf die junge deutsche Mannschaft, die so  herrlich multikulti ist, wurde wieder angestimmt und es fand allerlei  mediales Drumherum statt.</p>
<p>Noch vor nicht so langer Zeit quollen die Medien förmlich über von  Pro und Contra Darstellungen zu den Sarrazin Thesen, die alles andere  als ausländerfreundlich waren und vor allem eine gescheiterte  Integration zum Thema hatten. Solch konträr diskutierte Aussagen eignen  sich blendend für Schlagzeilen, Auflagezahlen und Einschaltquoten, denn  jeder Medienkonsument hat seine eigene Meinung dazu und sieht sie nur  allzu gern bestätigt. Ebenso gern regen sich die Rezipienten der  medialen Vielfalt jedoch über die Meinungen anderer auf, so dass allen  gedient war und die Nutznießer der Verkaufszahlen und Einschaltquoten  sich lächelnd zurück lehnen konnten. Egal ob ein konstruktiver Dialog  über die abartigen Thesen Sarrazins zustande kam, Hauptsache alle  Beteiligten verdienen gut daran.<span id="more-309"></span></p>
<p>In der politischen Debatte diskutierte man noch einige Zeit  halbherzig über die notwendigen Schritte, die förderliche für die  Integration seien. Diese liegen zwar auf der Hand, würden aber  Mehrausgaben in Sachen Bildung bedeuten, die ohnehin nicht drin sind.  Also kann man diese Diskussionen vor laufenden Kameras auch nur wieder  als Investitionen in den Wahlkampf verstehen.</p>
<p>Währenddessen planten die medialen Drahtzieher schon den nächsten  gewinnbringenden Coup, denn das anstehende  Europameisterschafts‐​Qualifikationsspiel im Fußball eignete sich  ausgezeichnet für eine medienwirksame Ausschlachtung. Dieses Mal hieß  die Schlagzeile jedoch: „Gelungene Integration!“. Um auch die weniger  fußballinteressierten Zielgruppen zu erreichen, veranstaltete Sat1  bereits am Mittwoch „Deutschland vs. Türkei – Das Duell“. Das Rezept ist  ganz einfach, man lade elf deutschen Mehr‐​oder‐​weniger‐​Prominente  ein und stelle ihnen elf Gegner gegenüber, die … und da wird es  kompliziert. Sind es nun Türken oder Deutsche mit türkischem  Migrationshintergrund oder doch Prominente mit türkischen Wurzeln? Fakt  ist, dass etwa Dreiviertel der besagten Mannschaft in Deutschland  geboren wurde. Alle haben einen vorzeigbaren Schulabschluss und einen  Job, in dem sie gut verdienen, sonst wären sie wohl auch nicht  prominent. Im Duell trat man in verschiedenen mehr oder weniger  anspruchsvollen Spielen an und am Ende gewann Team Türkei.</p>
<p>Das nächste medienwirksame Ereignis war dann das Spiel selbst.  Wiederholt wurde auch dieses Mal darauf hingewiesen, wie toll diese  junge Mannschaft doch harmoniere und wie gut sich die jungen Spieler mit  Migrationshintergrund integrieren würden. Alles in allem ein gutes  Beispiel für gelungene Integration in Deutschland. Beim Spiel selbst  wurde dann mehrfach wiederholt, wie beeindruckend es doch wäre, wie  viele Fans der türkischen Mannschaft im Stadion seien. Von zwei Dritteln  war die Rede und das bei einem Heimspiel der deutschen Mannschaft, das  dadurch gefühlt fast zum Auswärtsspiel wurde, fast meinte man da etwas  Kritik heraushören zu können. Das Spiel fand in Berlin statt, was  erwartete man denn? Immer wieder war während des Spiels auch der „arme“  Mesut Özil ein Thema, der von den Fans der türkischen Mannschaft massiv  ausgepfiffen wurde. War der jetzt in seinem eigenen Kulturkreis nicht  mehr ausreichend integriert oder wo lag das Problem?</p>
<p>Alles in allem konnte man in der letzten Woche Zeuge von der Farce  der medialen Berichterstattung werden und wie man dort gern sein  Mäntelchen in den Wind hängt. Eines ist jedoch sicher, berichtet wird  nur, wenn es Quote bringt, egal wie die inhaltliche Aussage wirklich  ist.</p>

		
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		<title>90er Jahre Party &#8211; Nostalgie oder Wahnsinn?</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 17:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nostalgie ist schon was Komisches und treibt Leute zu den seltsamsten Dingen an. Wenn man auf eine Party geht, die mit dem Titel „90er Jahre Trash Camp“ wirbt, sollte man entsprechende gewappnet sein, denn die Aussicht auf einen solchen Abend bringt allerlei Seltsamkeiten zutage. Um sich auf eine solche Party adäquat vorzubereiten, musste wie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nostalgie ist schon was Komisches und treibt Leute zu den  seltsamsten Dingen an. Wenn man auf eine Party geht, die mit dem Titel  „90er Jahre Trash Camp“ wirbt, sollte man entsprechende gewappnet sein,  denn die Aussicht auf einen solchen Abend bringt allerlei Seltsamkeiten  zutage.</p>
<p>Um sich auf eine solche Party adäquat vorzubereiten, musste wie in  den guten alten 90ern ordentlich zu Hause vorgeglüht werden. Nach  langer Diskussion, welches Outfit den 90ern gerecht werden würde,  herrschte keine Einigkeit. Vor Ort sah man dann jedoch sämtliche  Spielarten des schlechten Geschmacks herumlaufen, die von technoliken  Plastiktütenoberteilen bis zu pinken Stumpfhosen und Hemden reichte, die  eher in die 70er denn in die 90er gepasst hätten. In der Vermutung, es  würde dort vor allem Publikum aufschlagen, dass die 90er schon aktiv  erlebt hatte, sah man sich auf der Party nicht bestätigt, denn so  mancher schien eher die 90er in seinem Geburtsjahr zu haben. Das tat der  guten Laune der Betreffenden jedoch keinen Abbruch und sie feierten und  tanzten, als gäbe es kein Morgen mehr.<span id="more-306"></span></p>
<p>Die Musikwahl des DJ mit dem Namen Coco Jamobo &amp;  Friends machte dem Namen der Party alle Ehre, denn vieles vom dort  Gespielten hat man in den 90ern eher unfreiwillig gehört, weil man sich  eigentlich viel zu cool dafür war. Jedoch verband man fast jeden Song  mit einem Menschen oder einer Begebenheit in der eigenen Vergangenheit,  so dass es im Moment der ersten Takte schon völlig außer Frage stand,  auf die Tanzfläche zu stürmen und extatisch zu Backstreet Boys, Blümchen  und Captain Jack zu tanzen. Einige mehr oder weniger stark  angeheiterten Gäste legten dabei einen durchaus flotte Sohle aufs  Parkett und man wusste nicht ob man sie für ihren Ausdruckstanz  bewundern oder sich im Fremdsschämen üben sollte. Fakt ist, dass es zu  jeder Zeit brechend voll auf der Tanzfläche war und anderweitige  Tanzbereiche geschaffen werden mussten.</p>
<p>Was treibt Menschen nun zur hemmungslosen Feierei bei solcher  Musik? Ist es tatsächlich die Nostalgie, die sich breit macht und  jeglichen kritischen Gedanken, die Musik und das eigene Outfit  betreffend, zunichte macht? Oder sehnen wir uns in Wahrheit zurück in  die 90er, in denen das Leben noch so einfach und vor uns liegend schien?  Auf jeden Fall haben sich unsere Mehr‐​oder‐​weniger‐​Helden von damals  kräftig verändert, denn während die Backstreet Boys jetzt mit New Kids  On The Block wieder auf Tour gehen, spielt Jasmin Wagner Theater in  Hamburg und von Franky Gee mussten wir uns viel zu früh verabschieden,  aber wie sangen noch die Onkelz … „Die Besten sterben jung!“</p>

		
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		<title>Schulanfang in Schleswig-Holstein</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 16:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Tage ist die Aufregung in vielen Haushalten Schleswig-Holsteins besonders groß, denn viele Kleine und Große haben ihren ersten Schultag. Ob ABC-Schützen oder diejenigen, die zu weiterführenden Schule wechseln, eines haben sie gemeinsam, es kommt viel Neues auf sie zu und nur selten können sie abschätzen, was sie nun für die kommenden Jahre erwartet. Alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/08/schultuete.jpg" alt="" width="250" height="150" />Dieser Tage ist die Aufregung in vielen Haushalten Schleswig-Holsteins besonders groß, denn viele Kleine und Große haben ihren ersten Schultag. Ob ABC-Schützen oder diejenigen, die zu weiterführenden Schule wechseln, eines haben sie gemeinsam, es kommt viel Neues auf sie zu und nur selten können sie abschätzen, was sie nun für die kommenden Jahre erwartet.</p>
<p>Alle Jahre wieder &#8211; kommt nicht nur der Weihnachtsmann &#8211; sondern kommen auch viele neue Kinder in die Schule. Bei uns in Schleswig-Holstein sind es in diesem Jahr 24.000 neue ABC-Schützen, die ihren ersten Schultag haben. Doch warum nennt man diese eigentlich so, die Schule ist ja schließlich kein Ballerspiel, in dem man wehrlose Pixelbuchstaben abknallt. Den Begriff ABC-Schütze gibt es schon seit dem 16.Jahrhundert und setzt sich aus ABC, das für das Lernen der deutschen Sprache steht und dem Wort Schütze, das ursprünglich Anfänger oder Neuling bedeutete zusammen. Damit sind die ABC-Schützen das, was sie nun mal sind, Neulinge im Erlernen der deutschen Schriftsprache. Die meisten von ihnen freuen sich sicherlich auf ihren ersten Schultag, gibt es doch an dem, neben all den neuen Eindrücken, Heften, Büchern und Lehrern auch die Schultüte. Die gibt es noch gar nicht so lange, denn sie wurde erst im späten 19.Jahrhundert eingeführt und man hat sich diesen Brauch von den Juden abgeschaut, denn dort bekamen die Kinder zu Beginn ihres Schullebens ein süßes Buchstabengebäck geschenkt, getreu nach dem Psalmenwort: &#8220;Dein Wort ist in meinem Munde süßer als Honig.&#8221;. In manchen Gegenden Deutschlands ist auch der Begriff Zuckertüte geläufig. Mittlerweile verkommt auch diese Tradition zu einem Kommerzzirkus, denn man kann von der Hello Kitty, über die Spongebob und Star Wars Schültüte viele weitere Merchandiseartikel kaufen. Das bietet Eltern auch eine gute Gelegenheit ihr Kind im Sinnes des Konsum gleich von Anfang an adäquat auszurüsten und gleich die ganze Serie vom Sportbeutel bis zum Radiergummi zu kaufen. <span id="more-292"></span><br />
Auch für die Kinder und Jugendlichen, die dieser Tage in eine weiterführende Schule eingeschult werden, ist es eine aufregende Zeit. Nachdem sie glücklich vor wenigen Monaten den Druck der Schulartempfehlung überstanden und die konfusen Auswüchse ihrer Eltern bei der Schulwahl überlebt haben, geht es nun mit noch mehr Ernst des Lebens weiter. Nach Schulreform und anschließenden Aufweichungen dergleichen nach den Wahlen, sieht wohl kaum ein Laie mehr durch. Hauptschule, Regionalschule, Realschule, Gemeinschaftsschule, Gymnasium mit G8, G9 und G-manweißesnicht &#8211; wer soll da noch durchsehen und was ist für das eigene Kind am besten? Die Schullandschaft in Schleswig-Holstein ist bunt und vielfältig und kann sich ebenso schnell auch wieder ändern, bevor man sich so einigermaßen in die verschiedenen Schulangebote eingelesen hat. Man kann den jugendlichen Besuchern der vielen Schulformen nur wünschen, dass sie es gut getroffen haben und dort auch den gewünschten Abschluss machen können, immerhin sind sie mit 401.500 Mitstreitern nicht allein mit diesem Problem.</p>
<p>Ob es klappt oder nicht, liegt nicht zuletzt auch an denen, die lehren. Über 23.000 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an all den verschiedenen Schulformen und versuchen die lieben Kleinen aufs Leben vorzubereiten. Und auch für sie ist jeder Schulanfang ganz schön aufregend. Wird man in den Klassen unterrichten dürfen, die man kennt und sich gewünscht hat? Werden die neuen Kollegen nett sein? Wird man dieses Jahr wieder ein neues Fachcurriculum ausarbeiten dürfen, das kurze Zeit später in die Tonne getreten wird? Fragen über Fragen, die den Lehreralltag nicht langweilig werden lassen. Aber zum Glück gibt es ja viele nette Kollegen und Kolleginnen, die sich gerne die Lasten des Schulalltags teilen und damit ist alles schon viel leichter.</p>
<p>Die Hauptsache ist doch, dass das Lernen Spaß macht und das Leben bereichert, denn wie sagte schon Wladimir Illjitsch Uljanow, vielen besser bekannt als Lenin:  „Lernen, lernen und nochmals lernen.“</p>

		
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		<title>Mein erstes BarCamp</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 07:46:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[dies & das]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Barcamp]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>

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		<description><![CDATA[Manche Leute fahren ein Wochenende an den Ballermann, anderen auf Festivals, ich war am Wochenende beim ersten Kieler BarCamp. Noch vor wenigen Monaten wusste ich nicht einmal was das ist und hätte wohl vermutet, dass es was mit trinken und campen zu tun hat. Dem ist jedoch nicht so, denn bei einem BarCamp treffen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="float: right; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/08/barcamplakat.jpeg" alt="" width="250" height="319" />Manche Leute fahren ein Wochenende an den Ballermann, anderen auf Festivals, ich war am Wochenende beim ersten Kieler BarCamp. Noch vor wenigen Monaten wusste ich nicht einmal was das ist und hätte wohl vermutet, dass es was mit trinken und campen zu tun hat.</p>
<p>Dem ist jedoch nicht so, denn bei einem BarCamp treffen sich Menschen, die sich für die verschiedensten Themen der wunderbaren Welt der Computer interessieren. Ob Programmierer, Linuxfreaks oder Social-Media-User, alle finden dort Gesprächspartner und mehr oder weniger viel neuen Input. Das Ganze ist kostenlos und wird gelegentlich auch als Unkonferenz bezeichnet, denn zu verschiedenen Zeiten laufen Sessions zu verschiedenen Themen parallel in verschiedenen Räumen ab und man hat als Teilnehmer jede Stunde wieder aufs Neue die Qual der Wahl, welches Thema in dieser Stunde das spannendste ist.</p>
<p>Nach zu langem Überlegen, ob ich mich anmelden soll oder nicht, war es eigentlich schon zu spät, denn die Teilnehmerliste war mit 130 angemeldeten Personen schon voll. Also setze ich mich zwei Tage vor Beginn auf die Warteliste und erfuhr am Vorabend, dass ich nachgerückt war und mit dabei sein durfte. Soweit so gut, also fuhr ich am Freitagmorgen ins Wissenschaftszentrum auf dem Kieler Campus und traf im Foyer bereits die ersten bekannten Gesichter, denn ein Teil der <a href="http://foerdefluesterer.de/" target="_blank">Fördeflüsterer</a>-Redaktion gehörte zum Orga-Team. Dank guter Vorbereitung gab es für alle Teilnehmer kostenloses Frühstück mit jeder Menge Kaffee. Bekanntlicherweise lernt man beim Käffchen am besten Menschen kennen, so kam ich mit dem einen oder anderen Teilnehmer ins Gespräch, der sich bei näherem Kennenlernen als sehr unterhaltsam herausstellte.<span id="more-281"></span></p>
<p>Kaum fing ich an mich wohl zu fühlen, begann auch schon der Ernst der Sache und nach einer kurzen Begrüßung wurden wir aufgefordert uns kurz vorzustellen. Da fast jeder der Anwesenden das die Computerwelt sein erstes oder zweites zu Hause nennt, versah man sich selbst mit Tags und kündigte bei genug Wissen und Mut eine eigene Session oder Diskussion an. Diese wurden dann in ein Zeitraster eingeordnet und kurz danach ging es auch schon los mit der ersten Sessionrunde.</p>
<p>&#8220;Senioren und Web 2.0&#8243; war eine Session in der zwei ambitionierte Rentner vorstellten, wie sie Pensionäre in aller Welt dazu ermuntern das Internet als Kommunikationsinstrument zu nutzen. War alles in allem semiinteressant, bot aber Zeit, sich mit der Einrichtung des WLANs auseinander zu setzen. Danach setze ich mich in die Session &#8220;Gimp für Dummys&#8221;, in der Hoffnung den einen oder anderen Insidertrick zu erfahren, der mir dabei helfen könnte, in Zukunft effektiver mit <a href="http://www.gimp.org/" target="_blank">Gimp</a> zu basteln. Eine Antwort auf meine Frage, ob man eine Auswahl aus einem Bild direkt speichern könne, ohne den umständlichen Weg über copy&amp;paste zu gehen, konnte mir dort zwar keiner geben, aber in einem Gespräch bei Sushi nach dem Abbau ergab sich dann die Lösung. Man schneidet das Bild einfach auf den Ausschnitt zu und kann es danach direkt abspeichern &#8211; keine weiteren Fenster und zumindest gefühlt effizienter.</p>
<p>Anschließend ging es in eine Session über <a href="http://www.dokuwiki.org/" target="_blank">DokuWiki</a>, vor allem als nützliche und interessante Methode im Unterricht, war das eine interessante Veranstaltung. Die Schule fängt bald an, also kann ich es demnächst ausprobieren.</p>
<p>Eines meiner ganz persönlichen Highlights war der <a href="http://foerdefluesterer.de/Artikel/News/Mr.-X-durch-Kiel-gejagt.2588.html" target="_blank">Test eines Handygames</a>, mit dem man das bekannt Familienbrettspiel &#8220;Scotland Yard&#8221; per GPS in realer Umgebung spielen kann. Wir spielten in Teams von jeweils zwei Personen und jagten das Mr.X-Team quer über den Campus. Sehr lustig und vor allem bei schönstem Sonnenschein draußen.</p>
<p>Bei der darauf folgenden S<a href="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/08/sessionwand.jpeg" target="_blank"><img style="float: left; margin: 5px 10px;" src="http://dopesoft.de/wp/wp/wp-content/uploads/2010/08/sessionwand.jpeg" alt="" width="250" height="272" /></a>ession zum Lokaljournalismus kam es zum spontanen Treffen eines Teils der <a href="http://foerdefluesterer.de/" target="_blank">Fördeflüsterer</a>-Redaktion. In der Diskussion zu den Möglichkeiten und dem Qualitätsanspruch eines solchen Projekts gab es zumindest für mich neue Denkanstöße und einiges an Motivation wieder aktiver mitzuarbeiten. Damit war Tag eins auch herum und ich freute mich schon auf den Samstag.</p>
<p>Am Samstag lief alles noch etwas entspannter ab, denn jeder wusste nun, wie der Laden läuft und nach einem leckeren Frühstück ging es auch schon wieder mit verschiedenen Sessions los. Nach einer Diskussion über verschiedene CMS-Varianten, saß ich in einer sehr interessanten Runde, in der es um die <a href="http://foerdefluesterer.de/Artikel/News/Die-Zukunft-des-Kieler-Internets.2591.html" target="_blank">Zukunft des Internets im Raum Kiel</a> ging. Hier wurden vor allem die Leitungsvoraussetzungen näher beleuchtet und in Aussicht gestellt, dass wir mit Glück alle in etwa sechs Jahren Glasfaserkabel bin in die Wohnung haben und damit fast unbegrenzte Bandbreite, was ja durchaus eine schöne Aussicht ist.</p>
<p>Von der danach folgenden Session, in der Bildung 2.0 mit all ihren Möglichkeiten und Hürden diskutiert werden sollte, war ich etwas enttäuscht, denn ich hatte mir mehr Tiefe und Analyse der Hemmnisse gewünscht, aber man kann nicht immer alles haben. dafür lernte ich dort neue interessante Gesprächspartner kennen, mit denen ich dann in kleineren Runden auch zum Thema Bildung fachsimpeln.</p>
<p>Die Session &#8220;Twitter für Anfänger&#8221; war sehr amüsant, weil neben wirklichen Anfängern, die noch keinen einzigen Tweet abgesetzt hatten, auch erfahrene Freaks saßen, die auch ihrem Alltag plauderten und witzige Erfahrungen berichteten. das Ende vom Lied war, dass auch die Anfänger ihre ersten Schritte wagten und mit ihren mehr oder weniger naiven Fragen für Belustigung sorgten. Eine der Anfängerinnen war ich und bin jetzt unter dem Namen <a href="http://twitter.com/litakiel" target="_blank"><strong>litakiel</strong></a> bei Twitter unterwegs &#8230; mal sehen wie lange es mich fasziniert. <img src='http://dopesoft.de/wp/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Gut gefallen hat mir auch die anschließende Session über das Für und Wider eines landespolitischen Blogs, in dem ambitionierte Schreiberlinge sich zu verschiedenen Themen der schleswig-holsteinischen Politik äußern können und über das vielleicht Austausch darüber zustande kommen könnte. es wäre toll, wenn ein solches Blog auf die Beine kommen würde, denn ein derartiges Angebot fehlt auf jeden Fall und die in der Session als Holzmedien benannten Institutionen können genau das nicht leisten.</p>
<p>Damit war auch der zweite Tag schon fast rum und nach einer Feedbackrunde, die voll des Lobes über die tolle Organisation des BarCamps war, begann der Abbau, der dank vieler helfender Hände sehr zügig voran ging. Danach ging ein Teil der verbliebenen Helfer noch ins <a href="http://www.soho-kiel.de/" target="_blank">Soho</a> Sushi essen und es endeten zwei Tage voller neuer Eindrücke und Erfahrungen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.barcampkiel.de/" target="_blank"><strong>Informationen zum BarCamp</strong></a></li>
</ul>

		
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		<title>Investitionen in die Zukunft</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 09:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind. Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="margin: 5px 10px; float: right;" src="http://dopesoft.de/wp/wp-content/uploads/2010/04/geld_stapel.jpg" alt="" width="200" height="133" />Vorab gesagt, die Beobachtung von Finanzentwicklungen und ökonomischen Kreisläufen gehört nicht zu meinen erklärten Hobbythemen, deswegen wird den in diesem Bereich besser bewanderten einiges in dieser Kolumne etwas naiv vorkommen. Aber das hindert mich nicht daran einige dilettantische Überlegungen anzustellen, die zumindest einigermaßen historisch durchdacht sind.</p>
<p>Seit Jahrtausenden war die vorherrschende Meinung die, dass es wichtig ist reichlich Kinder in die Welt zu setzen. Damit sollte nicht zuletzt die alternde Generation abgesichert werden, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen. Diese Tradition konnte man schon bei unseren frühen Vorfahren beobachten, die froh über jeder gesunden  und starken Nachwuchs waren. Dieser konnte dann früh mit auf den Felder helfen und später die alten Eltern versorgen. Soweit so logisch.<span id="more-241"></span></p>
<p>Im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte war das ein gut funktionierendes System, denn die Menschheit bestand ja weiter. Irgendwann regelten kluge Köpfe das zentraler, denn nicht jedes alte Mütterchen hatte noch lebende Nachkommen, da Kriege und andere Widrigkeiten dem Fortbestand von Familien nicht immer zuträglich waren. Deshalb wurden Rentenversicherungen eingeführt, in die man sein Arbeitsleben lang einzahlt, um dann im Alter einigermaßen gesichert leben zu können. Die Kinder taten das genauso und so war für jede alte Generation wiederum genügend Geld vorhanden, das sie absicherte.</p>
<h3>Adoption eines Goldesels</h3>
<p>Neben den Einzahlungen in diese Rentenversicherung trugen die Familien die Kosten für ihre heranwachsenden Kinder, die &#8211; wie jeder, der Kinder hat, nachvollziehen kann &#8211; nicht gerade niedrig sind. Ob Kindergartenplatz oder Schule, Markenklamotten oder technische Spielausrüstung, alles kostet jede Menge Geld, das man sich auch sparen kann, aber dann mit dem entsprechend schlechten Gewissen leben muss, seinem Kind nicht die besten Zukunftschancen geboten zu haben. Da die Absicherung durch eine spätere Rente nicht mehr ganz so sicher ist, muss man darüber hinaus auch noch das eigene Alter durch private Modelle absichern. Auch noch soweit nachvollziehbar, denn schließlich ist ja jeder für sich selbst verantwortlich.</p>
<p>Als ich letztens ein Gespräch mit meiner Bankberaterin hatte, eröffnete sich mir jedoch eine Perspektive, die mich in meinem begrenzten Verständnis über finanzielle Absicherung im Alter zum Nachdenken brachte. Sie legte mir nahe, dass ich doch dringend darüber nachdenken solle, in eine entsprechende Altersvorsorge meines Sohnes zu investieren. Der geht zwar erst in bummelig 50 Jahren in Rente, aber man könne nie früh genug damit anfangen, man wolle doch, dass es er im Alter nicht darben muss. Eigentlich sei es in seine Alter fast schon ein wenig spät mit einer derartigen Vorsorge anzufangen, aber besser jetzt als gar nicht. Wenn ich also jetzt jeden Monat um die 30 Euro einzahle, hat er mit seinem Renteneintrittsalter etwa 200 Euro Rente zur Verfügung &#8211; ganz sicher.</p>
<h3>Hellsehen erwünscht</h3>
<p>Mal ehrlich, das ist ganz schön merkwürdig, denn mal abgesehen von der Tatsache, dass besagter Nachwuchs bisher weder einen Schulabschluss noch eine klare Vorstellung von dem hat, was er werden will, ist bis dahin einfach noch enorm viel Zeit. Dachte ich in meiner Naivität. Immerhin hatte ich mich gerade an den Gedanken gewöhnt, seit ein paar Jahren in meine eigene Altersversorge zu investieren. Aber die Eröffnung der Wichtigkeit auch für die kommende Generation konkret vorzusorgen, war mir dann doch eine Nummer zu hoch. Natürlich hat keiner von uns die allwissende Kristallkugel vor sich stehen, um zu wissen ob man sich in 50 Jahren vielleicht nur ein Brot von der besagten Rente leisten kann oder ob diese Summe tatsächlich einen angemessenen Wert hat, aber in unserem Kulturkreis neigt man ja zu einem gewissen vertrauensvollen Sicherheitsdenken.</p>
<p>Wenn ich jetzt also mal hochrechne, dass ich mit Glück bis zu meinem eigenen Renteneintritt noch Uroma werden könnte, sollte ich vielleicht schon mal anfangen für meine eventuellen Urenkelchen entsprechende Rentenabsicherungen ins Auge zu fassen, man weiß ja nie. Und letztendlich will ich mir ja kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn diese dann am Tag meiner Beerdigung kein ordentliches Frühstück haben.</p>

		
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		<title>Mutti bastelt</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 11:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer hat es nicht getan &#8211; wir waren doch alle mal jung und brauchten das Geld für wichtigere Dinge als für die Weihnachtsgeschenke unserer Lieben. Deshalb trat dann am 23.Dezember das Notprogramm ein: Man bastelte schnell noch was. Ob sich Mutti dann über den x-ten Stern oder das bemalte Schächtelchen freute, war dabei eher nebensächlich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hat es nicht getan &#8211; wir waren doch alle mal jung und brauchten das Geld für wichtigere Dinge als für die Weihnachtsgeschenke unserer Lieben. Deshalb trat dann am 23.Dezember das Notprogramm ein: Man bastelte schnell noch was. Ob sich Mutti dann über den x-ten Stern oder das bemalte Schächtelchen freute, war dabei eher nebensächlich. Immerhin hatte man was am heiligen Abend in der Hand.<span id="more-219"></span></p>
<p>Die Zeit vergeht und irgendwann hat man selbst ein Kind. Dem gehts genauso, das Taschengeld ist irgendwann alle und so sehr sich die Zeiten geändert haben, das gute, alte Basteln liegt immer noch hoch im Trend. So habe ich selbst mittlerweile in einer mehr oder weniger gut sortierten Kiste diverse Geschenke liegen. Diese reichen von semihübschen Schneesternen über bemalte Schächtelchen bis zu Gutscheinheften, die ich nie eingelöst habe &#8211; vielleicht ist der Abwasch- und Müllrunterbringgutschein doch noch mal zu etwas gut.</p>
<p>Wenn man älter wird, wird man ja laut Redewendung auch etwas weiser. So habe ich nun mit meinem Gegenschlag in Sachen basteln schon frühzeitig angefangen, damit der selbst zusammengebastelte Computer für das computerspielaffine Kind auch pünktlich fertig ist. Da ja jeder weiß, dass fertige, günstige Rechner der einschlägigen Großmärkte nichts taugen, zog ich diverse Ratgeber zu Rate, die mir die perfekte Abstimmung von Grafikkarte zu Mainboard im Zusammenspiel mit dem entsprechenden Arbeitsspeicher empfahlen. Ein paar Tage später lagen dann all die bunten Schachteln mit Hightech-Inhalt in meinem Arbeitszimmer und da ich meinen eigenen Rechner auch schon x-mal zerbastelt hatte, nahm ich die Herausforderung an und legte mit dem Computerbasteln los.</p>
<p>Irgendwie ist das alles inzwischen aber viel bunter und kabelreicher als noch vor ein paar Jahren und so stellte sich das Ganze als wesentlich schwieriger dar, als ich es erwartet hatte. Okay, nochmal überlegen, erst das Mainbord oder erst das Netzteil ins Gehäuse reinprügeln? Nach einigem Hin- und Herprobieren passt schon mal einiges. Warum müssen die Hersteller eigentlich immer zig-verschiedene Schrauben mitliefern, die immer gerade da nicht passen, wo man sie doch so gern hinein geschraubt hätte? Kann es da nicht mal eine einheitliche Lösung geben? Und wer braucht eigentlich so unglaublich viele Stromkabel?</p>
<p>Die Tipps der Handbücher halten sich in Grenzen und sind weniger hilfreich als erhofft. Mission &#8220;Mutti bastelt&#8221; läuft nicht so gut und wandelt sich eher in Mission &#8220;Mutti muss an ihrer Frustrationstoleranz arbeiten&#8221;. Vielleicht hätte ich doch nicht das günstige Gehäuse nehmen sollen, denn das erscheint mit etwas verzogen, zumindest wollen die Schrauben nicht so einfach dort eindringen, wo sie es sollen. Die Abstände der Laufwerke sind zu groß, so dass die Stromkabel zu kurz sind. Also alles wieder abschrauben und neu arrangieren. Kann da nicht ein Beipackzettel sein, der mich warnt: &#8220;Achten sie darauf, dass Festplatte und DVD-Brenner nicht weiter als fünf Zentimeter von einander entfernt befestigt werden&#8221;?</p>
<p>Hatte ich schon erwähnt, dass ich das alles viel einfacher in Erinnerung hatte? Das Einzige, das mich in diesem Moment tröstet, ist die Aussicht, dass es wohl der letzte PC sein wird, den ich für das Kind zusammenbauen muss, denn den nächsten muss er selbst bezahlen und auch aufbauen. Das Gehäuse mit schwarzem Klavierlack würde mittlerweile jeden Forensiker vor Glück jauchzen lassen, aber viel weiter bin ich trotzdem noch nicht. Ich glaube, ich greife gleich mal zum Telefon und rufe jemanden an, der sich damit auskennt, mein Taschengeld ist nämlich noch nicht zur Neige gegangen und ich kann basteln lassen.</p>

		
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		<title>Für den Erhalt des Kindes im Manne</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 11:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Adventskalender an sich ist eine nicht gar nicht so alte Erfindung, die in religiösen Familien aufgehängt wurde, um die Ankunft Christi gebührend zu zelebrieren. Wie so viele andere christliche Traditionen, hat sich seine Funktion und sein Aussehen jedoch über die Jahre gewaltig gewandelt. Mit ein paar Kreidestrichen fing alle an &#8211; diese wurden an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Adventskalender an sich ist eine nicht gar nicht so alte Erfindung, die in religiösen Familien aufgehängt wurde, um die Ankunft Christi gebührend zu zelebrieren. Wie so viele andere christliche Traditionen, hat sich seine Funktion und sein Aussehen jedoch über die Jahre gewaltig gewandelt.<span id="more-205"></span></p>
<p>Mit ein paar Kreidestrichen fing alle an &#8211; diese wurden an Wände oder Türen gemalt und die Kinder der Familien durften dann jeden Tag einen Strich wegwischen, bis zum Heiligen Abend. Um einen belehrenden Aspekt mit hinein zu bringen, wurden später Adventskalender mit erbaulichen, christlichen Darstellungen hinter den aufklappbaren Türchen aufgehängt. Das war im 19. Jahrhundert und erst in den 30er Jahren kam das Naschen dazu. Heute würde sich wohl kaum ein Kind über einen Adventskalender freuen, der nur mit erbaulichen Bildern gefüllt wäre, ein Mann schon gar nicht.</p>
<p>In vielen Beziehungen hat sich die Tradition erhalten, dass die Frau dem Manne einen Adventskalender kauft oder bastelt. Ob da mütterliche Anwandlungen mit im Spiel sind oder nur das Kind im Manne erhalten bleiben soll, sei an dieser Stelle mal dahin gestellt.</p>
<p>Man könnte sich an dieser Stelle fragen, warum es kaum Beziehungen gibt, in denen das der Mann für die Frau tut, ich kenne zumindest keine einzige. Wohl aber aufgeregte Freundinnen, die überlegen, was Männchen dieses Jahr in seinen Kalender bekommt. Die weniger kreativen Damen greifen an dieser Stelle zu fertigen Exemplaren, die von Rubbellosen bis zu einem Kasten Bier in dem jede Flasche mit einer Zahl versehen ist.</p>
<p>Doch es gibt auch Frauen, die da richtig in die Vollen gehen und sich mit viel Enthusiasmus in einschlägigen Foren beraten lassen, weil sie selbst keine Ideen haben. Da kommen dann interessante bis merkwürdige Ratschläge zusammen. Meine persönlichen Top-Five waren beim Lesen:</p>
<ul>
<li>Gutschein für &#8220;Klappe-halten&#8221;: Bei Einlösen dieses Gutscheins halte ich für 2 Stunden komplett meinen Mund und sage mal nichts (gilt auch für Diskussionen und nach Besuchen bei der Schwiegermutter!).</li>
<li>Gutschein für einen Quicky deiner Wahl: Wo, wann, wie und so schnell du willst.</li>
<li>Ein Spielzeugauto, als Ersatz für den echten Ferrari.</li>
<li>Gutschein für ein Kosmetikbesuch, stilecht mit Wimpernzupfen, Peeling und Maniküre.</li>
<li>Ein Labello gegen rissige Lippen.</li>
</ul>
<p>Man(n) kann von all diesen Ideen halten, was man will, Fakt ist, dass diese Frauen sich wohl gut fühlen bei dem, was sie tun. Ob die Männer das alles wirklich haben wollen oder nur gute Miene zum weiblichen Spiel machen, ist dabei die Frage. Offensichtlich motivieren sie ihre Frauen jedoch dazu, immer wieder neue Varianten auszuprobieren um ihren Männern eine besinnliche Adventszeit zu bescheren.</p>

		
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		<title>Mit Fünftklässlern ins Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 11:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging. Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einer Horde Fünftklässler ins Theater zu gehen, ist an sich schon eine Herausforderung. Wenn es sich dabei noch um SchülerInnen aus einer eher bildungsferneren Schicht handelt, hat man als begleitende Pädagogin schon seine Bedenken, ob da alles ruhig und gesittet abläuft. Doch lest selbst, wie es uns erging.<span id="more-210"></span></p>
<p>Der Kieler Stadtteil Mettenhof steht nicht immer für Harmonie und entspanntes Miteinander, da macht auch die dortige Schule keine Ausnahme. Die dortige frisch gebackene Gemeinschaftsschule stellt sich der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler aller Schulempfehlungsarten in den fünften Klassen gemeinsam zu unterrichten. So sitzt dort das Kind mit Gymnasialempfehlung durchaus neben den „verhaltenskreativen“ Förderschülern, die manchmal zu recht merkwürdigen Ausfällen neigen, wenn sie sich überfordert fühlen. Das ist bereits im alltäglichen Unterricht eine Herausforderung, denn man abgesehen vom unterschiedlichen Lerntempo, treten täglich ganz verschiedene Situationen auf, die durchaus Eskalationspotential haben.</p>
<p>Da man als Lehrerin auch der ästhetischen Bildung Genüge tun möchte, wagten wir uns mit 110 SchülerInnen ins Kieler Opernhaus, um „Die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens“ anzuschauen. Die erste Hürde war die Wahl der Karten, denn diese sind für die netteren Plätze zu teuer, als dass Eltern mit Hartz IV oder Einkommen unter der nicht vorhandenen Mindestlohngrenze sie sich leisten könnten. Also war nur der 3. Rang drin, was einige schon weniger toll fanden.</p>
<p>Bereits die Hinfahrt war ein Erlebnis. Das Mettenhofer Kind an sich, kommt nicht allzu oft aus seinem gewohnten Umfeld deswegen haben wir einen eigenen Bus bei der städtischen Busgesellschaft bestellt, der proppevoll Richtung Innenstadt fuhr. Alle waren aufgeregt und man hatte als Begleitung alle Hände voll zu tun, eine Totalverkrümelung des Busses zu verhindern, weil Kinder ja dazu neigen, bei Fahrten, egal wie kurz sie sind, essen zu müssen.</p>
<p>Am Operhaus angekommen, wurde es auch schon gestürmt, vor allem um auszukundschaften, ob irgendwo Naschis verkauft werden. Nach Einsammlung aller Fremdgänger konnten die Plätze weit ab von der Bühne in Besitz genommen werden und die Aufregung stieg. Viele hatten zwar schon diverse Verfilmungen der Weihnachtsgeschichte gesehen, aber wie würden die Geistern nun im Theater aussehen, würde Scrooge einen echten Hund haben und könnte es sein, dass dieser ins Publikum springt &#8230; vielleicht war es doch besser da auf dem 3. Rang zu sitzen.</p>
<p>Das Stück begann und ich war positiv überrascht &#8211; schlagartig trat Ruhe ein, eine Ruhe, die ich mir sonst nur wünschen konnte. 110 SchülerInnen starrten gebannt auf die Bühne, johlten an den richtigen Stellen und belohnten die SchauspielerInnen mit spontanem Szenenapplaus. Selbst die bereits erwähnten verhaltenskreativen Exemplare, saßen an der Seite der jeweils für sie verantwortlichen Lehrkraft und kamen offensichtlich noch nicht einmal ansatzweise auf die Idee zu stören, denn es war ja spannend.</p>
<p>Das Stück war eine gelungene Mischung aus heiteren, grusligen und spannenden Szenen, gespickt mit Musik und Tanzeinlagen, die die Kinder berührten und auch die begleitenden Erwachsenen nicht ganz kalt ließen. Hier und da war ein kleiner Insider zum Schmunzeln versteckt, der das Ganze sehr unterhaltsam machte.</p>
<p>Die Auftritte der Geister hatten Charme, auch wenn ein Schüler bemerkte, dass der &#8220;Einmarsch&#8221; des ersten Geistes Ähnlichkeit mit dem des Undertakers beim Wrestling habe. Nun gut, man braucht manchmal einfach Vergleichsgrößen. Eine gehörige Portion Slapstick zeigte wieder einmal, dass auch das moderne Kind sich an dem erfreuen kann, was schon die Kinder vorheriger Generationen begeisterte.</p>
<p>Am nächsten Tag in der Nachbesprechung des Stücks trat dann die zweite Überraschung ein, denn wirklich jeder wollte etwas dazu erzählen, alle waren begeistert und es wurden Beobachtungen von Details der Inszenierung berichtet, dass man nur staunen konnte.</p>
<p>Offensichtlich ist auch bei den Kindern aus sozialen Brennpunkten mehr Interesse und Motivation vorhanden, als man gemeinhin denkt, man muss es nur ausprobieren und ihnen Erlebnisse bieten, die sie in ihrem Alltag nicht haben. Die Erfahrung zeigt, dass sie allen Vorurteilen zum Trotz in der Lage sind, sich ordentlich zu benehmen, Kultur zu genießen und anschließend darüber zu reflektieren. Schade nur, dass es am Ende wieder eine Frage des Geldes ist, an der häufigere Wiederholungen scheitern.</p>

		
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		<title>Mein Herbst 1989 &#8211; Eine Zeitzeugin berichtet</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 11:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lita</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kolumnen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwas ist immer, irgendein Jahrestag, ein Jubiläum oder wie in diesem Jahr eben 20 Jahre Mauerfall. Ein gefundenes Fressen für die Medien überall Rückblicke zu senden, Zeitzeugen zu befragen und Resümees zu ziehen.  Ich schwanke zwischen Übersättigung und Nostalgie, denn auch ich bin eine Zeitzeugin. Im Studium der Geschichte lernte ich in diversen didaktischen Seminaren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwas ist immer, irgendein Jahrestag, ein Jubiläum oder wie in diesem Jahr eben 20 Jahre Mauerfall. Ein gefundenes Fressen für die Medien überall Rückblicke zu senden, Zeitzeugen zu befragen und Resümees zu ziehen.  Ich schwanke zwischen Übersättigung und Nostalgie, denn auch ich bin eine Zeitzeugin.<span id="more-216"></span></p>
<p>Im Studium der Geschichte lernte ich in diversen didaktischen Seminaren, dass Zeitzeugen immer die interessantesten Geschichten zu erzählen haben, denn immerhin waren sie live dabei. Meist ist ihre Perspektive sehr subjektiv, denn im Moment des Erlebten, war das, was geschah noch keine Geschichte, sondern Alltagsleben. So erging es auch mir 1989 in Leipzig. Ich war 15 Jahre alt, ging in die 10. Klasse und war alle Nase lang in irgendeinen süßen Typen aus einer höheren Klasse verliebt – und ich schrieb Tagebuch. In der heutigen Dienstagskolumne möchte ich meinen ganz persönlichen Rückblick an den Herbst 1989 wagen.</p>
<h3>6.Oktober 1989</h3>
<blockquote><p>„Jetzt ist doch an der Nikolaikirche jeden Montag Demo. Das ist Wahnsinn und am letzten Montag waren es 15.000 Mann. Ein Freund meines Onkels ist auch nach Prag gefahren und will in die Botschaft. Es werden immer mehr, die man kennt und die abhauen. … Heute war wieder Appell, rotes Gerede &#8230;“</p></blockquote>
<p>Immerhin nahm ich was wahr von den Entwicklungen um mich herum, auch wenn in diesem Eintrag die Tatsache, dass ich mir den Pony geschnitten hatte und meine Oma ein Westpaket geschickte hatte, in den eine coole grüne Hose und Garfield-Aufkleber drin waren, weitaus ausführlicher beschrieben wurde.</p>
<h3>10.Oktober 1989</h3>
<blockquote><p>„Gestern waren 70.000 Menschen bei der Demo und es war zum Glück keine Schießerei. Ein Freund hat erzählt, dass die MGs stationiert haben.“</p></blockquote>
<h3>Freitag der 13. Oktober</h3>
<p>Die Physikarbeit war gut gelaufen und ich regte mich auf, dass mein Lehrer einen dummen Spruch gebracht hat.</p>
<blockquote><p>„Gestern war ich an der Nikolaikirche, bloß angucken, die ist ja riesig groß. Wahnsinn. Draußen hängen ein Haufen Aufrufe und Blumen und Kerzen stehen dort und es ist alles voller Papierkraniche.“</p></blockquote>
<p>Am gleichen Tag war ich zum 5. Mal in Dirty Dancing – ja, der Film kam erst ein Jahr später in der DDR an, aber bei einem Eintrittspreis von 50 Pfennigen für Schüler und einer Laufzeit von 14. Wochen oder mehr, fand sich schon die eine oder andere Gelegenheit ihn zu sehen. Große Freude meinerseits auch über die Tatsache, dass ich den Mambo-Grundschritt schon fast beherrsche.</p>
<h3>30.Oktober – Montag – Demotag</h3>
<blockquote><p>„Heute waren wir in der Stadt. „Gorbi“, „Schnitzler in den Tagebau“, „Egon reiß die Mauer ein, sonst wirst du bald alleine sein.“ und so weiter, waren die Parolen. Demo ist toll. Man hat so gar keine Angst und das schockt irgendwie total.“</p></blockquote>
<p>Der Rest des Eintrags ist einem süßen, schwarzhaarigen Typen gewidmet, der auf der Demo hinter mir stand und mich angrinste.</p>
<p>Interessanterweise wird die eigentliche Maueröffnung am 9. November mit keinem Wort erwähnt, ebenso nicht er erste Ausflug in den Westen, und schon gar nicht der erste eigene Walkman, die Digitaluhr oder die beeindruckende bunte Welt des KdW in Berlin. Vielleicht sind es ja doch die kleinen, scheinbar unwichtigen Dinge, die man aufschreiben sollte, damit man sich ihrer später erinnern kann. An vieles konnte ich mich erst wieder beim Lesen erinnern und über meine Prioritäten schmunzeln. Und wer weiß wie mein Leben gelaufen wäre, wenn ich bei dem Vorstellungsgespräch für eine Lehrstelle als Buchhändlerin einen besseren Eindruck gemacht hätte.</p>

		
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